GURU NANAK DEV

(1469 – 1539 A.D.)

 

 

            Guru Nanak wurde im Jahre 14691 in Rai Bhoeki Talwandi, heutzutage bekannt unter dem Namen Nankana Sahib in der Provinz Punjab im Westen Pakistans, geboren. Dieser Ort liegt etwa 55 Meilen nord-westlich von Lahore. Sein Vater, Mehta Kalu war ein Patwari – ein Finanzbeamter der Regierung. Die Mutter des Gurus war Mata Tripta und er hatte eine ältere Schwester namens Bibi Nanki. Von frühester Kindheit an sah Bibi Nanki in ihm das Licht Gottes, aber sie verriet niemandem dieses Geheimnis. Sie ist bekannt als der erste Jünger Guru Nanaks.

 

DIE AUSBILDUNG DES GURUS:

 

            Im Alter von sieben Jahren wurde Guru Nanak zur Schule geschickt, welche von Pandit Gopal Das, einem Lehrer in seinem Dorf, geleitet wurde. Wie gewöhnlich begann der Lehrer den Unterricht mit dem Alphabet, und war verwundert, als der Guru ihn nach der Bedeutung der einzelnen Buchstaben fragte. Zur großen Verwunderung und Hilflosigkeit des Lehrers schrieb der Guru alle Bedeutungen jedes einzelnen Buchstabens des Alphabets auf. Dies war die erste Göttliche Botschaft die Guru Nanak überbrachte2. Dies war eine Erklärung zur tieferen Wahrheit über die Menschheit und Gott und darüber, wie man Gott im Sinne des Alphabets begreifen kann. Der Lehrer stand beschämt vor dem Göttlichen Meister und verbeugte sich vor ihm. Danach brachte er ihn zurück zu seinem Vater und sagte, “Mehtaji, dein Sohn ist ein Avtar (Prophet) und ist gekommen um die Opfer von Kalyug (des Zeitalters der Unwahrheit) zu erlösen. Er ist dazu bestimmt ein Lehrer der Welt zu sein, es gibt nichts, was ich ihm lehren kann.” Viele Schreiber glauben, dass Guru Nanak zunächst an verschiedene hinduistische und mohammedanische Guru- Schulen geschickt wurde, um mehr über die Weden (Heilige Schriften der Hindus) und den Koran (Heilige Schrift der Moslems) zu lernen, und erst dann, nachdem er sich Wissen über diese

Schriften angeeignet hatte, seine Religion startete. Malcolm zufolge soll Guru Nanak all sein  weltliches Wissen von Khizr, dem Propheten Elias gelernt haben. “Es gibt Grund zu glauben,” schreibt Cunningham, “dass er sich in seiner Jugend mit den berühmten Glaubensbekenntnissen der Mohammedaner und Hindus auseinander setzte, und dass er sich allgemeines Wissen über den Koran und die Shastras der Brahmanen aneignete.”

              Es scheint, als hätten all die Geschichtsgelehrten die grundlegenden, fundamentalen Fakten über die Göttlichkeit Guru Nanaks nicht begriffen. Er wurde mit göttlichem Status geboren, weshalb seine Lehren himmlisch waren. Diese Schreiber scheinen sehr wenig darüber zu wissen, das Guru Nanak eine Verkörperung Göttlichen Lichtes war. Er war ein himmlisches Wesen und seine göttlichen Eigenschaften stellten ihn über die Menschheit und ihre Schulen. Historikern ist es nicht gelungen, sich die Großartigkeit in Gurus Jot vorzustellen. Der Himmlische Geist lernt nicht durch von menschliche Institutionen. Er war ein himmlischer Botschafter und ein geborener Lehrer der Welt, welcher der Menschheit den Weg der Rechtschaffenheit und Wahrheit lehrte. Guru Nanaks Göttlichkeit ragt über alle weltlichen Institutionen und deren Lehren hinaus. Die Nachricht, die Guru Nanak dieser Welt übermittelte, erhielt er direkt von Gott, wie er selbst bestätigt:

              „Oh, Lalo3, so, wie das Göttliche Wort von Gott zu mir kommt,

              So erzähle ich es.”

                                                              (Tilang Mohalla 1, Seite 722)

              „Ich sage, was er mir zu sagen befiehlt.”

                                                              (Wadhans Mohalla 1, Seite 566)

              In der Janamsakhi (Biographie) wird auch erwähnt, dass Guru Nanak viele Male zu seinem Begleiter Mardana4 sagte, „Mardana, spiel die Rebec (eine Art Gitarre), das Göttliche Wort kommt.” Dies bestätigt, dass die Lehren der religiösen Einrichtungen der Hindus und Moslems überhaupt keine Auswirkung auf das Göttliche Wort hatten, das Guru Nanak von Gott erhalten hatte und an diese Welt weitergab. Zu sagen, dass der Guru verschiedene Institutionen besuchte, um zu lernen, verstößt gegen die Heiligkeit der Guruschaft.

 

 

 

 

 

 

ZEREMONIE DES GEISTLICHEN GARNS:

 

              Guru Nanak war neun Jahre alt und gemäß den Bräuchen der höheren Kasten der Hindus dazu verpflichtet, sich den geistlichen Faden, ‘Janaeu’ genannt, zuzulegen. Sein Vater stellte große Vorbereitungen für diese Zeremonie an. Der Familienpriester namens Hardyal begann Mantras (hinduistische Hymnen) zu singen und war gerade dabei, das Garn um Guru Nanaks Hals zu legen, als dieser sich weigerte, es zu tragen. Die ganze Versammlung war verblüfft. Sie versuchte ihn mit allen Mitteln davon zu überzeugen, den Janaeu zu tragen, jedoch ohne Erfolg. Dann sprach der Guru den folgenden Sabad5:

              „Obwohl Menschen zahllose Diebstähle begehen, zahllose Ehebrüche, zahllose Unwahrheiten und Worte des Missbrauchs äußern:

              Obwohl sie Tag und Nacht unzählige Raube und Niederträchtigkeiten gegen ihre Mitmenschen und andere Kreaturen begehen:

Ist der Baumwollfaden dennoch gesponnen, und der Brahmane kommt, um ihn zu drehen.

Für die Zeremonie töten sie eine Ziege, kochen und essen sie, und jeder sagt dann "Zieh den Janaeu an.’

              Wenn er alt ist, wird er weggeworfen und ein neuer wird angelegt, Nanak, die Schnur reißt nicht, wenn sie stark ist.”

                                                    (Asa di Var, Mohalla 1, Seite 471)

              Der Priester fragte in vollkommener Verzweiflung, „Welche Art von heiligem Garn, oh Nanak, würdest du tragen?” Der Guru antwortete,

„Aus der Baumwolle des Erbarmens

Spinne den Zwirn der Zufriedenheit

Binde Knoten der Enthaltsamkeit,

Gib ihm eine Drehung der Wahrheit.

Das würde ein Janaeu für die Seele ergeben,

Wenn du es besitzt, oh Brahman, zieh es mir an.

Solch ein Zwirn wird nie reißen, wenn er einmal getragen wurde

Er wird auch nicht verschmutzt, verbrannt oder verloren,

Derjenige, der solch einen Zwirn trägt, ist gesegnet.”

                                                              (Asa di Var, Slok Mohalla 1, Seite 471)

 

KOBRA DIENT DEM GÖTTLICHEN MEISTER:

             

              Wie es in Dörfern der Brauch ist, schickte der Vater seinen Sohn los, um die Büffel auf die Weide zu bringen. Eines Tages, während der Guru die Büffel weiden ließ, schlief er unter einem Baum ein und die Herde zerstörte die Ernte in den benachbarten Feldern. Als der Besitzer seine zerstörten Felder sah, wurde er wütend und beschwerte sich bei Rai Bular, einem Beamten, der für diese Gegend zuständig war. Rai Bular sandte nach dem Sohn und seinem Vater aus, um den Streit beizulegen. Der Guru sagte ihnen, dass die Ernte nicht beschädigt wurde, sondern, dass sie vielmehr von Gott gesegnet wurde. Da sandte Rai Bular seine Botschafter los, um die Felder zu begutachten. Zur Überraschung aller konnten die Ermittler keine Zerstörung der Felder feststellen, sondern fanden eine doppelt reich blühende Ernte vor. Das Feld, in welchem dieses Wunder geschah, ist heute bekannt als Kiara Sahib. An einem anderen Tag wurde der Guru geschickt um die Büffel auf die Weide zu führen und er schlief im Schatten eines Baumes ein. Als die Sonne höher stieg, verschwand der Schatten. Eine große Kobra kam aus ihrem Bau und spendete Schatten über dem Gesicht des Göttlichen Meisters. Rai Bular kam zufällig auf dieser Seite mit seinen Begleitern vorbei. Als er diese merkwürdige Situation wahrnahm, war er überzeugt davon, dass der Junge ein Mann Gottes war. Als sie die Menschen sah, zog sich die Kobra in ihren Bau zurück und Rai Bular berührte die Füße des Guru mit großer Ehrfurcht und wurde so zum Jünger des Guru.

 

GURU SITZT IN ABGESCHIEDENHEIT:

 

              Als er ein wenig älter wurde, vermied der Guru die Gesellschaft und suchte nach Abgeschiedenheit. Tagelang saß er still in Einsamkeit und vertrieb sich seine Zeit mit Meditation. Seine Eltern sorgten sich um seine Gesundheit; ihnen schien seine Weltfremdheit geisteskrank zu

 

sein. Eines Tages ließen sie ihren Hausarzt Hari Das kommen, der den Puls des Gurus maß. Er zog seinen Arm zurück und fragte, „Oh, Arzt, was tust du?” Der Arzt antwortete, dass er seine

Krankheit diagnostiziere. Daraufhin fing der Guru an zu lachen und sprach dann den folgenden Sabad:

              „Sie haben mir einen Arzt kommen lassen!

              Er nahm meine Hand und fühlte meinen Puls.

              Was kann ein Puls enthüllen?

              Der Schmerz liegt tiefer im Herzen”,

                                                                                      (Malar ki Var, Mohala 1, Seite 1279)

Hari Das waren solche Fälle von verwirrten Geisteszuständen sehr wohl bekannt, und deshalb fragte er: „So, du denkst also, dass auch ich krank bin und Heilung erfahren muss?” Der Guru antwortete, „Du leidest unter der Krankheit deiner Seele. Egoismus ist die Krankheit. Er trennt uns von der Quelle des Lebens, Gott selbst.” Hari Das fragte, ob es eine Medizin für diese Krankheit gäbe, worauf der Guru antwortete:

              „Wenn der Mensch den Namen des Erleuchteten (The Bright One) besitzt,

              soll sein Körper zu Gold, und seine Seele rein werden;

              All sein Schmerz und Leiden soll vertrieben werden,

              Und er soll gerettet werden, Nanak, durch den wahren Namen.”

                                                                                      (Malar Mohalla 1, Seite 1256)

              Nach einer ausführlichen Diskussion verbeugte sich Hari Das vor dem Göttlichen Meister und sagte seinen Eltern, dass sie die Angst um ihren Sohn hinter sich lassen sollen, da er als ‘Ein Heiler der erkrankten Seelen in der Welt’ geboren wurde.

 

WAHRES GESCHÄFT:

              Trotz der sich ansammelnden Beweise dafür, dass der Guru spirituelle Einzigartigkeit besaß, war Mehta Kalu nicht überzeugt, und dachte, dass sein Sohn seine Zeit mit profitlosen Erwartungen vergeude. Deshalb wollte er ihn der Handelswelt aussetzen. Er gab dem Guru zwanzig Indische Rupien und schickte ihn in die nächstgelegene Stadt – Chuharkana, um dort  Alltagsgüter zu erstehen und sie gegen Gewinn zu verkaufen. Der Familiendiener Bala wurde mit ihm gesandt.

              Auf seiner Reise traf der Guru ein paar Fakire (Asketen), die seit Tagen nichts zu essen hatten. Der Guru gab all sein Geld dafür aus, den Fakiren Essen zu kaufen, und  nannte es ein wahres Geschäft. Ihm wurde klar, was er getan hatte, und er entschloss sich dazu, nicht nach Hause zu gehen, sondern unter einem Baum außerhalb seines Dorfes zu verweilen. Bala ging nach Hause und erzählte dem Vater die ganze Geschichte. Der Vater wurde sehr wütend, jedoch erklärte ihm der Guru, dass er sich kein profitableres Geschäft vorstellen könnte. Der alte Baum, unter dem er saß, ist immer noch erhalten. Er wird Thumb Sahib, oder der heilige Baum in Erinnerung an den Guru genannt.

              All dies hatte keinen Einfluss auf die Abneigung des Gurus gegenüber weltlichen Angelegenheiten, und so tauchte er weiterhin tief in die Praxis der Meditation ein.

 

GURUS HEIRAT:

 

              In der Bemühung ihm weltliche Angelegenheiten näher zu bringen, kam als nächster Schritt die Heirat. Bezüglich der genauen Daten der Heirat liegen in verschiedenen Janamsakhis (Geburtserzählungen) unterschiedliche Angaben vor. Es wird jedoch angenommen, dass er bei seiner Hochzeit zwischen 14 und 18 Jahren alt war. Seine Frau, Sulakhni, war die Tochter von Bhai Mula, einem Einwohner von Batala im Regierungsbezirk Gurdaspur. Sie gebar zwei Söhne namens Sri Chand und Lakhmi Das. Der Vater des Guru fand bald heraus, dass auch das Eheleben ihn nicht davon abhielt, sich seiner Göttlichen Mission zu verschreiben. Sein Konzept von Pflicht baute nicht darauf auf, sich selbst oder seiner Familie zu helfen, sondern darüber hinaus zu gehen, so dass das Selbst am Göttlichen teil hat und die Welt um sich herum spiritualisiert. Die Menschheit war dabei seine Familie und der Menschheit zu dienen hieß, Gott zu dienen. Bhai Gurdas schreibt, dass der Guru die ganze Welt in Flammen sah; Flammen der Falschheit, Tyrannei, Scheinheiligkeit und Voreingenommenheit. Er musste gehen und das Feuer mit unendlicher Liebe, Wahrheit und Hingabe löschen Er hatte die Göttliche Aufgabe, die Menschheit von der Bruderschaft der Menschen, und der Vaterschaft Gottes zu lehren. „Das

Urwesen schuf das Licht; alle Menschen sind unter Vorsehung geschaffen: alle Menschen sind aus einem Licht entstanden. Wer ist also dann gut, und wer ist schlecht?”

 

GURU NANAK KOMMT NACH SULTANPUR:

 

              Jai Ram, Gurus Schwager, war Dewan (Verwalter) unter dem Gouverneur Nawab Daulat Khan von Sultanpur. Es wird gesagt, dass sowohl Jai Ram, als auch Rai Bular der Meinung waren, dass Nanak ein von seinem Vater misshandelter Heiliger war. Deshalb versprach Jai Ram für ihn eine Arbeit in Sultanpur zu finden.  Die Schwester des Gurus war ihrem jüngeren Bruder zutiefst ergeben. Bei ihrem jährlichen Besuch in Talwandi, bemerkte sie, dass ihr Vater sehr ungeduldig mit dem Guru war, weil dieser weltlichen Aktivitäten gegenüber gleichgültig gestimmt war. Also entschloss sie sich dazu, ihn mit nach Sultanpur zu nehmen, wozu ihr Vater seine Einwilligung gab.

              Jai Ram besorgte dem Guru eine Anstellung als Geschäftsführer in einem Kornspeicher, in dem das Getreide als ein Teil der Staatseinnahmen gesammelt und anschließend verkauft wurde. Der Guru leistete sehr gute Arbeit. Nachher schlossen sich auch der Minnesänger Mardana und andere Freunde dem Guru an. Guru Nanak stellte sie dem Khan vor, der ihnen in seiner Verwaltung geeignete Arbeit verschaffte. Jeden Abend fand Sabad-Kirtan (das Singen göttlicher Hymnen) statt.

  Eines Tages wog er die Vorräte und zählte jede gewogene Einheit als ‘eins, zwei,

drei … zehn, elf, zwölf, dreizehn’ ab. Als er die Nummer dreizehn (13) erreichte – ‘Tera’ (in Punjabi bedeutet Tera dreizehn, und auch ‘dein’, wie in ‘Ich bin dein, oh Herr’) verfiel er in Ekstase. Er wog weiter und sagte: “Tera, tera, tera, …”. Die Kunden wussten nicht, wie sie die großzügigen Geschenke dieses Geschäftsführers tragen sollten. Sie konnten die Freigebigkeit des Herren nicht begreifen. Schlussendlich erreichte die Situation ihren Höhepunkt als Klage gegen den Guru erhoben wurde, mit der Begründung, er würde das Getreide rücksichtslos verschenken. Der Nawab ordnete eine Untersuchung an, die sehr gründlich vollzogen wurde. Die Kritiker des Gurus waren überrascht als sie sahen, dass die Geschäfte voll waren, und die Konten positive Zahlen zeigten. Nach diesem Vorfall kündigte der Guru seinem Arbeitgeber, um seine göttliche Mission einzuleiten.

 

DAS VERSCHWINDEN DES GURUS:

 

            Die Janamasakhis überliefern, dass der Guru Nanak eines Morgens zum benachbarten Fluss Baeen gegangen sei, um dort zu baden. Während er ein Bad nahm, verschwand er im Wasser und blieb für die nächsten drei Tage verschwunden6. Während dieser drei Tage hatte er eine Vision von Gott. In dieser Vision wurde ihm von Gott die Aufgabe anvertraut, den Göttlichen Namen (NAM) der Welt mitzuteilen. Der Allmächtige gab ihm einen Kelch, der mit dem Nektar von 'NAM' gefüllt war, den Meister Nanak dann auch trank. Daraufhin befahl ihm der Allmächtige:

 

                        "Sei willkommen, oh Nanak, der du nun ein Teil von NAM geworden ist.

Von jetzt an mögest du die Arbeit für denjenigen verrichten, für den du geboren wurdest. Das Volk von Kalyug hat furchtbare Praktiken angenommen und ist im Gemüt schwach geworden. Sie verehren eine Reihe von Göttern, haben den Namen des Allmächtigen verstoßen und baden sich in Sünde. Geh, verbreite Liebe und Hingebung zu meinem Namen, und erleichtere die Last der Welt. Geh, und preise den Namen Gottes und zerstöre die Scheinheiligkeit."

Daraufhin sang der Guru den folgenden Sabad:

 

            "Wenn ich Millionen von Jahren leben würde und mich von der Luft

            ernähren würde;

            Wenn ich in einer Höhle hausen müsste, in der ich weder Sonne noch Mond

            betrachten könnte, und nicht einmal von Schlaf träumen könnte;

            So wäre es mir dennoch nicht möglich Deinen Wert zum Ausdruck zu bringen; wie sehr soll ich deinen Namen ehren und ihn ausrufen?

            Oh, du wahrhaftig Formloses Wesen, du bist an Deinem eigenen Ort-

So wie ich sie oft gehört habe, so erzähle ich nun meine eigene Geschichte-

wenn sie Dir gefällt, so erweise mir Deine Gunst.

            Wenn ich zum Fall gebracht, und in Stücke geschnitten würde; wenn ich

            in einer Mühle zermalmt werden würde;

            Wenn ich im Feuer verbrennen würde, und mit der Asche vermengt,

            So wäre es mir dennoch nicht möglich, Deinen Wert zum Ausdruck zu bringen; wie sehr

soll ich deinen Namen ehren und ihn ausrufen?

            Wenn ich ein Vogel werden würde und zu hundert Himmeln fliegen würde;

            Wenn ich von dieser Welt verschwinden würde und weder essen noch trinken würde, 

Selbst dann wäre es mir nicht möglich, Deinen Wert zum Ausdruck zu bringen; wie sehr soll ich deinen Namen ehren und ihn ausrufen?

            Nanak, wenn ich hunderttausend Tonnen von Papier hätte und den Wunsch

            danach verspürte, nach Abschluss genauester Untersuchungen darauf zu schreiben;

            Wenn mir die Tinte niemals ausgehen würde, und mein Stift so schnell wie der

            Wind wäre,

So wäre es mir nicht möglich, Deinen Wert zum Ausdruck zu bringen; wie sehr soll ich deinen Namen ehren und ihn ausrufen?

                                                (Sri Rag Mohalla 1, Seite 14)

 

            Dann hörte man eine Stimme, "Oh Nanak, auf welchem Mein mit Güte erfüllter Blick ruht, sei barmherzig, so wie auch Ich barmherzig sein möge. Mein Name ist Gott, der Früheste Brahm, und du bist der Göttliche Guru (Mei aad Parmeshar aur tu Gur Parmeshar)."

            Dies war die Offenbarung des Puratan Janamasakhi. Der Guru selbst bestätigt, dass der Allmächtige ihn darum bat, in die Welt hinauszugehen und Seine Loblieder zu singen. Der Guru sagt auch, dass, nachdem er seine Pflicht  in dieser Welt erfüllt hatte, ihn der Allmächtige noch einmal anrief:

           

            "Mich, einen arbeitslosen Sänger, hat Gott zu seiner Arbeit hinzugerufen;

            Dies hat mir der Allmächtige verkündet,

            Geh hinaus und singe Meine Loblieder Tag und Nacht.

            Der Allmächtige hat seinen Sänger wieder zu seinem Erhabensten Hof

            herbeigerufen.

            Mir hat er den Mantel der Ehre Seiner Gebete und Loblieder umgelegt.

            Mir hat er den Kelch, gefüllt mit dem Nektar Seines Heiligen Namens verliehen,

            Diejenigen, die sich an Gott halten und ihre Erfüllung in Ihm finden, werden

            Frieden mit sich selbst und Freude erlangen.         

            Dein Sänger verbreitet Deine Herrlichkeit, indem er Dein Wort predigt;

            Nanak, der wahre Worte von sich gibt, ist dafür der Richtige."

                                                (Majhi di Var-pauri 27, Seite 150)

 

            Man erzählt sich, dass manche Leute einen Heiligenschein um seinen Kopf sahen, nachdem er nach drei Tagen wieder erschienen war. Manche Leute sagen, dass Nanaks Guru-tum nach seinem Wiederauftauchen aus dem Wasser begann. An dieser Stelle sollte man daruf hinweisen, dass die Sikh Religion aus drei Einheiten besteht: Gott,  dem Guru und dem Gurbani (dem Göttlichen Wort).

In der Sikh Religion gibt es nur Einen, den Wahrhaftigen Gott; Er sendet seinen Boten, genannt Guru, der die Verkörperung des Göttlichen Lichts ist. Dann überliefert Gott Seine Botschaft (Gurbani) durch Seinen Boten, den Guru.

            Ohne den Guru gibt es kein Gurbani. Der Guru ist der Kanal durch den das Gurbani überliefert wird. Deshalb übermittelte der Guru Nanak im Alter von sieben Jahren seine erste Göttliche Botschaft an seinen Lehrer.  (Rag Asa Mohalla 1, Patti Likhi, Seite 432), er musste der Guru sein und war es auch. Bevor er im Fluss verschwand, überlieferte der Guru bereits sehr viel Gurbani. Deshalb war er als Guru geboren und seine Berufung als Guru begann schon mit seiner Geburt.

             Bhai Gurdas, ein Jünger der Sikh schreibt, dass zuerst der Allmächtige Baba (dem Guru Nanak) Seinen Segen verlieh, und Er ihn dann in die Welt hinausgeschickt hat, um Sein Göttliches Wort zu verkünden:

 

            "Pehlan babei paya bakhash dar, pichhon dei phir ghal kamaee."                                                                              (Bhai Gurdas- Var 1, pauri 24)

 

Wer war der Guru von Guru Nanak? Als er gefragt wurde, wer denn sein Guru wäre, hat Nanak geantwortet, dass Gott Selbst sein Guru wäre:

                 Unbegreiflich und Unendlich ist Gott, der durch Guru Nanak handelte.

                                                 (Sorath Mohalla 1,  Seite 599)

 

            Nachdem der Guru nach seinem Verschwinden wieder aufgetaucht war, blieb er für einen Tag stumm und sagte dann folgendes, "Es gibt weder Hindu noch Muselman."  Dies bedeutete, dass es keinen Unterschied zwischen den Menschen untereinander gibt.

(Eine andere Interpretation besagt, dass beide, Hindu und Moslems die Grundsätze ihrer Religionen vergessen hatten). Diese Bekanntmachung machten Nawab Daulat Khan und seinen Qazi sehr ärgerlich. Der Nawab bat den Guru darum, ihm zu erklären, ob sein Qazi ein echter Moslem sei. Der Guru beschrieb daraufhin die Eigenschaften eines echten Moslems:

 

            „Derjenige, der einen starken Glauben hat,

            hat ein Recht darauf, ein Moslem genannt zu werden.

            Seine Taten müssen mit seinem Glauben an den Propheten übereinstimmen,

            Er muss sein Herz von Stolz und Gier befreien,

            Er muss dem Willen Gottes folgen,

            Ihn als den Handelnden anerkennen,

            Sich von sich selbst befreien, und

            Und mit allen Wesen mitfühlend sein, Oh Nanak,

            So einer darf sich Moslem nennen. "   

                                                (Majh ki Var Mohalla 1, Seite 141)

            Der Nawab fragte den Guru daraufhin: „Wenn es zwischen einem Hindu und einem Moslem keinen Unterschied gibt, warum betest du dann nicht mit uns das Namaz (Mohammedanisches Gebet).“ Der Guru nahm daraufhin an deren Gebet in der Moschee teil, wo der Qazi das Namaz leitete. Als das Namaz begann, standen der Nawab und der Qazi, knieten sich hin und verneigten sich bei ihrem Gebet, aber der Guru blieb stehen. Nachdem das Namaz vorbei war, sagte der Qazi:  „Warum hast du nicht an unserem Gebet teilgenommen?“ Der Guru antwortete: „Ich habe daran teilgenommen, aber ihr beide habt nicht daran teilgenommen.“ Daraufhin erklärte er: „Während der Qazi das Gebet sprach, erinnerte er sich daran, dass in seinem Innenhof eine Quelle ist, und seine Aufmerksamkeit wurde von der Befürchtung

unterbrochen, dass sein neugeborenes Fohlen hineinfallen könnte. Deshalb hat der Qazi im Gedanken nicht an dem Gebet teilgenommen. Und auch als der Nawab vorgab, zu beten, dachte er in Wirklichkeit daran, Pferde in Kabul zu kaufen.“ Beide bestätigten, dass der Guru mit seinen Aussagen richtig lag und der Nawab rief dem Qazi laut zu, "Siehst du nicht, dass Khude (Gott) durch Nanak zu uns spricht? "

            Die Moslems führen das Namaz fünfmal am Tag aus.

Der Guru richtete seine Ansprache an die Bedeutung und die Tugend des Namaz:

            "Fünfmal am Tag betest du,

            Mit fünf anderen Namen;

            Aber wenn du das erste Mal für die Wahrheit betest,

            das zweite Mal für die Rechtschaffenheit deiner Arbeit,

            das dritte Mal für die Nächstenliebe in Gottes Namen,

            das vierte Mal für die Reinheit des Geistes,

            das fünfte Mal um Gott zu preisen,

            wenn du dich an diese fünf Tugenden hältst,

und die guten Taten deine Kalima sind - der  

            Gegenstand des Glaubens,

            dann kannst du dich einen wahren Moslem nennen.

            Bei schierer Scheinheiligkeit, Oh Nanak,

            wird ein Mensch durch und durch als verdorben angesehen. "

                                                (Majh ki Var Mohalla 1, Seite 141)

            Guru Nanak hat niemals einen Moslem oder Hindu gefragt, sein Jünger zu werden, um nach dem Tod einen Platz im Himmel zu bekommen. Er hat dem Moslem einfach erklärt ein echter Moslem zu werden und dem Hindu eine echter Hindu zu werden, um das Seelenheil zu erlangen.

 

DIE REISEN VON GURU NANAK:

 

            Guru Nanak Dev sah die Welt unter Hass, Fanatismus, Falschheit und Scheinheiligkeit leiden. Die Welt war in Gemeinheit und Sünde versunken. Deshalb machte er sich auf den Weg um die Menschheit auf dieser Welt zu regenerieren. Er trug die Fackel der Wahrheit, himmlischer Liebe, des Friedens und der Freude für die Menschheit mit sich. Er verfolgte eine Strategie mit seiner Göttlichen Mission und ging Richtung Osten, Westen, Norden und Süden und besuchte

zahlreiche zentrale Örtlichkeiten der Hindus, Moslems, Buddhisten, Jainis, Sufis, Yogis und Sidhas. Er traf Leute von verschiedenen Religionen, Stämmen, Kulturen und Rassen. Er ging mit seinem moslemischen Freund Mardana, einem Sänger, zu Fuß. Seine Reisen werden Udasis genannt7.

            Auf seiner ersten Udasi (Reise)8 besuchte er ganz Ost- und Südindien und kehrt schließlich nach  etwas mehr als acht Jahren nach Hause zurück.

Er begann seine Reise im August 1507 erneut von Sultanpur aus und ging zu seinem Dorf Talwandi, um seine Eltern zu treffen und sie über seine lange Reise zu informieren.

Seine schon alten Eltern wollten Trost und Sicherheit von ihrem Sohn, und deshalb baten sie ihn, nicht zu gehen. Aber es warteten Abertausende auf den Göttlichen Meister von Trost, Liebe und Vergebung. Deshalb sagte er zu seinen Eltern: „Ich muss dem Ruf des Himmels folgen, ich muss dort hingehen, wohin Er mich beruft.“

 

ERSTER HALT IN EMINABAD:

 

            In Mardanas Begleitung machte sich der Guru auf den Weg und ließ seine Familie zurück. Sein erster Halt war Saidpur, das heute Eminabad genannt wird, und dort traf er einen armen Zimmerer namens Lalo.

Der Meister sah den armen Lalo voller Gnade an und Lalo wurde mit Göttlicher Liebe gesegnet. So wurde Lalo ein gesegneter Mann. Der Guru beschloss bei Lalo für einige Zeit als Gast zu bleiben. Diese Nachricht vom heiligen Mann in Lalos Haus erreichte Malik Bhago, den Vorsteher der Stadt. Malik Bhago war ein korrupter Mann und hatte sich ein Vermögen durch unehrliche Geschäfte angehäuft. Also veranlasste er großes Treffen und lud alle heiligen Männer, den Guru eingenommen, dazu ein. Der Guru aber nahm seine Einladung nicht an. Deshalb ließ sich Malik

etwas Besonderes für den Guru einfallen und lud diesen zum Essen in sein Haus ein. Letztendlich nahm der Guru seine Einladung an und Malik sagte: „Oh Heiliger, ich habe so viele Gerichte für dich vorbereitet, aber du ziehst den armen Zimmermann vor und isst sein trockenes Brot. Bitte sei mein Gast.“ Der Guru antwortete: „Ich kann deine Speisen nicht essen, denn dein Brot ist unehrlich erworben und wurde aus dem Geld gemacht, dass du von den Armen durch unehrliche Geschäft gestohlen hast. Das Brot von Lalo wurde rechtschaffen erworben.“ Dies verärgerte Malik Bhago sehr und er bat den Guru darum, dies zu beweisen. Darum ließ der Guru ein Brot

von Lalos Haus holen. In der einen Hand hielt er das Brot von Lalo und in der anderen das Brot

von Malik Bhago, und als er beide zusammendrückte, kam Milch aus Laos Brot und Blut aus Malik Bhagos.

            Malik Bhago war völlig erdrückt von seiner Schuld und bat um Vergebung.

Der Guru bat ihn darum, sein schlecht erworbenes Vermögen unter den Armen zu verteilen und von da an ein ehrliches Leben zu führen. So wurde Malik Bhago mit dem Segen des Gurus wiedergeboren. 

 

SUJJAN THUG:

 

            Puratan Janamsakhi zu Folge, ging der Guru nach Tolumba (heute als Makadampur in Westpakistan bekannt), bevor er in Richtung Westen aufbrach, und traf dort Sajjan Thug9. Sajjan trug immer ein weißes Kleid und zeigte seinen Rosenkranz her und gab vor, ein gläubiger Mann zu sein. Er hatte einen Hindutempel und eine Moschee im Innenhof seines Anwesens erbaut. Er lud die Vorbeiziehenden ständig in sein Haus ein, um sich für eine Nacht auszuruhen. Aber nachts stahl er deren Besitz und Geld und manchmal tötete er diese sogar. Der Guru ging zu seinem Haus und übernachtete dort. Jedoch ging der Guru in dieser Nacht nicht früh zu Bett, was den Sajjan davon abhielt, seine schändliche Tat zu vollbringen. Sajjan bat den Guru sich auszuruhen und zu schlafen, aber der Guru erwiderte: „Gottes Bote geht nicht schlafen bis ihm Gott sagt, schlafen zu gehen.“

Daraufhin bat er Mardana das Rebec zu spielen und er sang den folgenden Sabad:

 

            „Bronze leuchtet und glänzt, aber sobald man sie reibt, erscheint ihre finstere

            Dunkelheit, welche man nicht mehr abwaschen kann.

            Freunde sind diejenigen, die mit mir reisen und immer da sind, wenn man sie

            braucht.

            Häuser, Villen, Paläste, die auf allen Seiten bemalt sind, sind nutzlos und

            zerbröckeln, wenn sie innen hohl sind.

            Aneinander gereihte, weiße Fischerbote liegen an Orten der Pilgerschaft,  

            Sie zerreißen und zerfleischen lebende Dinge, und deshalb sollten sie nicht weiß

            genannt werden.

            Mein Körper ist wie ein Simmalbaum; Die Leute, die mich betrachten, verkennen

            mich.

            Seine Frucht ist unbrauchbar: solche Eigenschaften besitzt mein Körper.

            Ich bin ein blinder Mann, der eine Last trägt, während der steinige Weg noch vor

ihm liegt.

            Ich möchte Augen, die ich nicht bekommen kann; wie kann ich den Weg

            besteigen und durchlaufen?

            Wie greifbar sind Dienste, Tugenden und Klugheit?

            Nanak, erinnere dich an den Namen, so wirst du von deinen Fesseln befreit

            werden.“

                                              (Suhi Mohalla 1, Seite 729)

 

             Als Sajjan dieser Göttlichen Melodie zuhörte, wurde ihm klar, dass sich der Guru mit dem Lied an ihn gewandt hatte. Darauf huldigte er den Guru und fiel zu dessen Füßen, und bat ihn, ihm seine Sünden zu vergeben. Der Guru sagte: „Sajjan, unter der Herrschaft Gottes, erhält man Würde, indem man zwei Dinge macht, ein offenes Eingeständnis und eine Wiedergutmachung für das, was man falsch gemacht hat.“ Sajjan unterwarf sich dem Herrn. Der Guru bat ihn das ganze schlecht erworbene Vermögen unter den Armen aufzuteilen. Sajjan gehorchte dem Guru und folgte dem Guru nachdem er das Charanpauhal10 erhalten hatte.

Man erzählt sich, dass der erste historische Sikh Tempel an der Stelle, an welcher diese Gespräch stattfand, erbaut wurde.      

 

 GURU NANAK IN HARDWAR:

 

            Hardwar ist einer der Hindu Wallfahrtsorte am Flussufer des Ganges. Es war der Tag des Baisakhi und alle Hindu standen früh auf, um im Fluss zu baden. Als sie Sonne aufging, begannen sie, Wasser in Richtung der Sonne zu werfen. Als der Guru sie fragte, was sie machen,

antwortete ein Priester: „Wir bieten unseren toten Vorfahren, die in der Sonnenregion sind, Wasser an, um ihren Durst zu löschen.“

            Daraufhin begann der Guru, Wasser in Richtung Westen zu werfen. Die Pilger lachten   

und fragten ihn, was er wohl mache. Der Guru antwortete: „Ich bewässere die Felder meines Heimatdorfes im Punjab.“ Der Priester fragte: „Wie kann dein Wasser diese Distanz überbrücken?“ Der Guru erwiderte: „Wie weit sind eure Vorfahren weg von hier?“ Einer der Pilger antwortete: „Sie sind in der anderen Welt.“

            Der Guru erklärte: „Wenn das Wasser nicht einmal meine Felder in 400 Meilen Distanz erreichen kann, wie kann das Wasser dann eure Vorfahren erreichen, wenn sie nicht mal auf dieser Welt leben?“ Die Masse stand stumm da und verstand, was der Guru damit sagen wollte. Der Guru richtete seine Predigt gegen Aberglauben und falsche Rituale, die Verehrung von verschiedenen Göttern und Göttinnen, Bußen und Fasten. Er betonte, dass nur Ein Gott, der nicht fassbar ist, gepriesen werden soll. So brachte er sie auf den richtigen Pfad der Wahrheit und Erleuchtung. An dieser Stelle in Hardwar gibt es eine Gurdwara, namens Nanakwara, am Flussufer des Ganges.

 

DER GURU IN GORAKHMATA:

 

            Nachdem er Hardwar verlassen hatte, machte sich der Guru Richtung Gorakhmata auf den Weg, welches etwa 20 Meilen nördlich von Pilibhit liegt, und kam dort, indem er durch  Joshi und Math und Almora ging, an. Almora stand unter der Herrschaft der Chand Familie, die ihrer

Göttin Chandi Menschenopfer darbrachten, damit sie ihnen Gnade erwies. Der Guru führte sie auf den rechten Weg und sie hörten damit auf, unschuldige Menschenopfer darzubringen.

            Von dort aus kam er nach Gorakhmata, welches der Wohnsitz der Jogis des Gorakhnath Clans war. Diese Jogis hatten die Kräfte der  Ridhi-Sidhi (übernatürliche Kräfte). Ihre

Segenswünsche waren unter den Familienhäuptern sehr gefragt. Die Leute versuchten deren Flüche um jeden Preis zu vermeiden. Die Öffentlichkeit, ob nah oder fern, kannte die Jogis und ihre Beliebtheit war weit verbreitet. Man erzählt sich, dass die Jogis auch von dem Guru hörten. Als er dort ankam, wurde er mit großem Zuvorkommen empfangen und sie boten ihm an, einer

von ihnen zu werden, ihr Gewand zu tragen und als Yogi in ihren Verband einzutreten.

Der Guru erklärte ihnen, das ein Leben in Abgeschiedenheit nicht im Sinne ihrer Nächsten wäre. So sprach der Guru den folgenden Sabad:

 

            "Religion besteht nicht aus einem geflickten Gewand, oder aus dem Stab der Yogis

            oder aus Asche, die auf einen Körper gerieben wird;

            Religion besteht nicht aus getragenen Ohrringen, oder aus einem rasierten Kopf

            oder daraus, in ein Horn zu blasen.

            Erhalte das Reine inmitten der Unreinheit der Welt; So findest du den rechten

            Pfad.

            Religion besteht nicht nur aus Wörtern;      

                  Derjenige, der jedes menschliche Wesen als gleich ansieht, der ist religiös.

            Religion besteht auch nicht daraus, auf einen Friedhof zu gehen oder zu

            Verbrennungsstätten; oder daraus, nur herumzusitzen und nachzudenken;

Religion besteht nicht daraus, in fremde Länder zu reisen und an Orten der

            Wallfahrt zu baden.

            Erhalte das Reine inmitten der Unreinheit der Welt; So findest du den rechten

            Pfad.                            

            Wenn du den echten Guru triffst, so gibt es kein Zweifeln mehr und die Gedanken

            werden klar.

            Es regnet Nektar, man hört langsame, verzückte Musik, und man ist erfüllt mit Freude.    

            Erhalte das Reine inmitten der Unreinheit der Welt; So findest du den rechten

            Pfad.                              

 

Nanak, sei tot inmitten des Lebens; praktiziere deine Religion genau auf diese Weise.    

            Wenn dein Horn bläßt, ohne geblasen zu werden, sollst du die furchtlose

            Erhabenheit erhalten.

            Erhalte das Reine inmitten der Unreinheit der Welt; So findest du den rechten

            Pfad.“      

                                                (Suhi Mohalla 1, Seite 730)

 

Als die Yogis dies hörten, brachten sie dem Guru ihren Lobpreis dar. Die Lehre des Gurus war so wirkungsvoll, dass aus Gorakhmata Nanakmata wurde.  

 

REETHA SAHIB:

 

            Goarakhmata war von Wäldern umgeben. Ungefähr 40 Meilen davon entfernt, traf der Guru auf eine andere Gruppe von Yogis. Er saß unter einem Waschnussbaum und sagte ihnen, dass sie keine Erlösung erlangen würden, indem sie ihre Familien im Stich ließen und abgeschieden vom Rest der Menschheit lebten. Die innere Veränderung, um Frieden und ewige Freude und Glückseligkeit zu erlangen, könnte man durch das Denken an Gottes Namen erreichen. Die Yogis baten den Guru: „Meister, das Verlangen und die Begierde werden nicht durch unendliche Disziplin ausgelöscht. Bete und zeig uns einen Weg, um die Begierde auszulöschen.“ Der Guru antwortete:

 

            „Zerstöre den Egoismus

             Zerstöre das Gefühl der Dualität und werde eins mit Gott,

             Dieser Pfad ist schwer für die Unwissenden und Egoisten;

             Aber diejenigen, die in Seinem Wort Schutz suchen und darin aufgehen,

             Und derjenige, der begreift, dass Er sowohl im Innern, als auch im Außen existiert,

             Dessen Feuer der Begierde wird durch die Gunst des Gurus gelöscht, sagt  

 Nanak.“

                                                 (Ramkali Mohalla 1, Sidh Gosht-46, Seite 943)

 

            Die Schlauen unter den Yogis wollten den Guru noch weiterhin testen. Im Wissen, dass der Guru ihnen nichts anzubieten hatte, baten sie ihn um etwas zu essen. Der Guru saß noch immer unter dem Waschnussbaum mit seinen bitteren Früchten. Er gab ihnen diese zu essen. Zur Überraschung der Yogis waren die Nüsse sehr süß. Durch die Gnade Gottes waren die Nüsse der Seite, auf  welcher der Guru saß, süß, und die auf der anderen Seite bitter. Das ist heute noch so. Dieser Platz wird Reetha Sahib genannt und dort gibt es eine Gurdwara als Erinnerung an den Guru.

 

GURU IN BANARAS:

 

                 Nachdem er Gorakhmata verlassen hatte, ging der Guru Richtung Süden und kam durch Gola, Ayudhya und Prayag (Allahabad), gelangte nach Banaras, das auch Vanarasi genannt wird. Vanarasi war, so wird erzählt, der Sitz der Hindulehre und der Wohnsitz  von Lord Shiva. Der Guru und sein Begleiter Mardana schlugen ihr Lager auf einem öffentlichen Platz der Stadt auf Pandit Chatur. Das war der oberste Brahmane der Stadt. Das Gewand des Gurus war nicht das eines Familienhauptes noch war es das eines Sanyasi (eines Asketen). Als Pandit Chatur dies bemerkte, unterhielt er sich sehr lange mit dem Guru. Der Guru fragte den Pandit, was er lese, was er lehre und welches Wissen er seinen Schülern vermittle. Der Pandit antwortete: „Nach Gottes Willen, lehre ich  den Leuten die vierzehn Wissenschaften - Lesen, Schwimmen, Medizin, die Alchemie, die Astrologie, Singen, die sechs Rags und Raginis, die Wissenschaft der sexuellen Freude, Grammatik, Musik, die Reitkunst, Tanzen, Bogenschiessen, Theologie und die Staatskunst.“ Der Guru erklärte, es sei besser das Wissen von Gott zu verbreiten an Stelle  dieser Wissenschaften. Darauf gab der Guru die 54  Strophen des Ramkali Mohalla 1- Dakhni Omkar, wieder. Der wahre Gott steht über allen anderen Göttern. Die ersten beiden Strophen lauten so:

 

            „Der Eine Gott hat Brahma erschaffen;

            Der Eine Gott hat unseren Verstand erschaffen;

            Der Eine Gott hat die Gebirge geschaffen und aus ihm sind die Zeitalter

            der Welt hervorgegangen;

            Der Eine Gott hat uns das Wissen beschert;

            Es ist das Wort des Einen Gottes, das die Menschheit rettet;

            Es ist der Name des Einen Gottes, durch den der Fromme gerettet wird.

            Hör eine Darstellung des Buchstaben O-11

            O ist der beste Buchstabe in den drei Welten.

            Hör, Oh Pandit, warum schreibst du in Rätseln?

            Schreib unter der Anleitung des Gurus, den Namen Gottes,

            der die Welt ehrt.        

            Er schuf die Welt mit Leichtigkeit; in den drei Welten gibt es einen Herrn des Lichts.

            Wähle Edelsteine und Perlen unter der Anleitung des Guru aus, und du sollst

            dafür Gott, das Wahrhaftige, erfahren.

            Wenn der Mensch versteht, darüber nachdenkt und begreift was er liest,

            so wird er letztendlich wissen, dass der Wahre Gott überall ist.

            Der fromme Mann kennt und erinnert sich an die Wahrheit- nämlich dass ohne den

            Wahren Gott keine wahre Welt existiert.“

                                                 (Ramkali Mohalla 1- Dakhni Omkar, Seite 929)

 

                 Nachdem er den Sabad des Rramkali gehört hatte, fiel er dem Guru zu  Füßen und wurde ein Sikh, und tat sehr viel für die Verbreitung der Sikh Religion in dieser Gegend. Der Ort, an dem der Guru blieb, wird heutzutage Guru ka Bagh Gurdwara genannt.

 

GURU IN GAYA:

 

             Nach Banaras erreichte er Gaay, welcher ein sehr berühmter Hindu Wallfahrtsort am Fluss Phalgu (Sarju) ist. Die Hindupriester hatten bekannt gegeben, dass jegliche Sühneopfer, die man in Gaya darbrachte (besonders zur Zeit des Baisakhi), die Erlösung für sieben Generationen der bereits Verstorbenen sichern würde. Die einfachen Leute machten große Sühneopfer und die Priester gaben den Piters (Vorfahren) Reisbälle zu essen und zündeten Lampen an, um ihren Weg in den Himmel zu erleuchten. Der Guru fing an zu lachen, was die Priester sehr zornig stimmte. Daraufhin erklärte der Guru, dass diejenigen, die diese Welt bereits verlassen hätten, kein Essen 

mehr bräuchten und auch nicht den kleinsten Funken von Licht sehen müssten. Wenn unser Körper nicht in die andere Welt hinübergehen könne, so sei es auch keinem anderen Material möglich in die andere Welt hinüberzugehen. Auf diese Weise brachte der Guru die Erleuchtung zu den Leuten und bat sie darum, den Einzigen Gott, den Formlosen, zu verehren.   

 

 

GURU IN KAMRUP:

 

                 Nachdem der Guru an der Gegend, wo die heutige Stadt von Patna steht, vorbeigezogen

war, erreichte er Hajipur. Nachdem er Kantnagar durchquert hatte, erreichte er Malda. Die Stadt Malda lag dort, wo die Flüsse Ganges und Mahanadi aufeinander trafen. Es wird überliefert, dass ein Kaufmann aus Malda dem Guru einen besonderen Gefallen  erwies und er dafür den Segen des Gurus erhielt. Der nächste Halt war Dhubri in Assam. Nach Dhubri ging er den Brahmaputra Fluss entlang und kam nach Kamrup, einem Ort in der Nähe der heutigen Stadt Gauhati. Diese ganze Strecke ist mit historischen Gurdwaras markiert, die an den Guru erinnern.

            Die Stadt Kamrup stand unter der Herrschaft einer Frau, die schwarze Magie ausübte. Sie hatte den Namen Nurshah angenommen, den Namen desjenigen, von dem sie diese Kunst erlernt hatte. An diesem Ort praktizierten sie und ihre weibliche Anhängerschaft schwarze Magie. Diese Frau besaß das umliegende Land und viele Esoteriker, Yogis usw. fielen ihrer Zauberei zum Opfer.

            Der Guru blieb unter einem Baum außerhalb der Stadt sitzen, während Mardana in die Stadt ging, um etwas zu Essen zu holen. Auf seinem Weg traf er einige Frauen und wurde das Ziel ihrer Machenschaften. Sie verwandelten ihn in ein Lamm. Unter ihrem hypnotischen Einfluss tat Mardana alles, was sie ihm befahlen. So stand er unter dem Zauber von Nurshah und konnte nicht zum Guru zurückkehren. Der Guru wusste, was mit seinem Begleiter geschehen war und ging los, um ihn zu retten. Nurshah sah den Guru herbeikommen und versuchte ihn mit ihren Reizen gefangen zu nehmen, aber ihre schwarze Magie zeigte keine Wirkung. Nach vergebenen Mühen widmete der Guru der Kuchaji (der Frau mit schlechtem Charakter) folgenden Sabad:     

 

             „Ich bin eine wertlose Frau; ich habe viele Fehler; wie kann ich an meinem

            Gatten Gefallen finden?

            Unter den Frauen meines Angetrauten ist die eine besser, als die andere; Oh, bei meinem

 

Leben, wer kümmert sich um mich?

            Meine Freundinnen, die Gefallen an ihren Männern gefunden haben, sind im

            Schatten des Mango.12

            Ich besitze nicht ihre Tugenden; wem kann ich dafür die Schuld geben?

            Welche Deiner Eigenschaften, Oh Herr, soll ich in die Ferne rufen?

                 Welchen Deiner Namen soll ich wiederholen?

            Ich kann nicht einmal eine deiner Fähigkeiten erreichen; ich werde immer eine

            Opfergabe für dich sein.

            Gold, Silber, Perlen, und Rubine, die das Herz erfreuen-

            Hatte mir der Bräutigam gegeben, und daran hat sich mein Herz gebunden.

            Ich hatte Paläste aus Backstein, die mit Marmor verziert waren.

In diesem Luxus vergaß ich meinen Bräutigam völlig und bin nicht einmal  in

            Seiner Nähe gesessen.

            Die Kulangs weinen im Himmel, und die Kraniche sind an ihrem Schlafplatz.

            Die Frau geht zu ihrem Schwiegervater; wie wird sie jemals wieder ihr Gesicht

            zeigen können?

            Im Morgenrot schlief sie tief und hatte ihren nächtlichen Ausflug vergessen.

            Sie trennte sich von Dir, oh Angetrauter, und deshalb vergrub sie sich im

            Kummer.

            In dir, Oh Herr, sind alle Vorzüge; in mir sind alle schlechten Eigenschaften: Nanak muss mir zeigen, wie jede Nacht für die rechtschaffene Frau ist; möge ich Unkeusche auch so eine Nacht erhalten.“

                                                 (Rag Suhi Mohalla 1, Seite762)

 

            An dieser Stelle sprach der Guru auch folgenden Sabad:

 

            „In den Worten sind wir gut, aber in den Taten sind wir schlecht.

            Unser Geist ist unrein und unsere Seele ist schwarz, aber wir tragen immer noch

            weiße Gewänder der Unschuld.

            Wir beneiden diejenigen, die an Seinem Tor stehen und ihm dienen.

                  Diejenigen, die den Bräutigam lieben und Seine Umarmungen schätzen,

            und sogar schwach in ihren Stärken sind und bescheiden bleiben.

            Nanak, unser Leben macht Sinn, wenn wir solchen Frauen begegnen.“

                                                 (Sri Rag ki Var Mohalla 1,2-7, Seite 85)

 

                 Nachdem der Guru diese Sabads ausgesprochen hatte, versuchte ihn Nurshah mit Wohlstand in Versuchung zu bringen. Ihr Gefolge brachte Perlen, Diamanten, Gold und Silber

und legte es ihm zu Füssen. Dann betete sie, „Oh großer Zauberer, nimm mich als deine Schülerin an und bringe mir deine Zauberei bei.“

Der Guru wies all dies Geschenke zurück und sagte den folgenden Sabad auf:

            „Oh du dumme Frau, warum bist du so stolz?

            Warum genießt du nicht Gottes Liebe in deinem eigenen Haus?

            Dein Bräutigam ist ganz in der Nähe, warum suchst du in der Ferne?

            Stich Surmanadeln in deine Augen und trage die Zierde der Liebe.

Du sollst als hingebungsvolle, glückliche Ehefrau bekannt werden, wenn du

            deinen Bräutigam liebst.

            Was sonst soll eine dumme Frau tun, wenn sie ihren Bräutigam nicht erfreut?

            Auch wenn sie ihn noch so anfleht, so soll sie seine Kammer nicht betreten.

            Ohne Gottes Segen erreicht sie nichts, wonach auch immer sie strebe.   

                 Berauscht von Habgier, Begierde und Stolz ist sie dem schnöden Mammon

            verfallen.

                 Dadurch wird der Bräutigam nicht gewonnen, dumm ist die Frau, die das glaubt.

            Geh und frag die glücklichen Frauen, wie sie ihren Bräutigam für sich gewonnen

            haben-

            'Was auch immer er tut, sieh es als gut an; arbeite mit Klugheit und

            mit Befehlen,

            Verehre seine Füße, durch seine Liebe wird erreicht, was als das Wertvollste gilt,

            Tue, worum er dich bittet; Gib ihm deinen Körper und deine Seele hin; solche

            Düfte trage auf.'

            So sprechen die glücklichen Ehefrauen: 'Oh Schwester, so gewinnt man einen

            Bräutigam.

            'Vergiss dich selbst, so sollst du deinen Bräutigam gewinnen. Auf welche andere

            Weise kann man dies tun?'

            Es zählt der Tag, an dem dir der Bräutigam seine Gunst erweist; dann hat die

Ehefrau den Reichtum der Welt erlangt.

So ist diejenige, die ihren Bräutigam erfreut, eine glückliche Ehefrau; Nanak, sie

ist die Königin aller.

Sie ist durch Freuden gesättigt, von Glück berauscht, und Tag und Nacht geht sie

in seiner Liebe auf.     

Sie ist wunderschön anzusehen, vollendet, und nur sie ist weise. "

                                    (Tilang Mohalla 1, Seite 722)

 

            Nachdem sie den Sabad gehört hatten, fielen Nurshah und ihre Begleiterinnen dem Guru zu Füssen und baten um Vergebung und seinen Segen, um Erlösung zu erlangen. Der Guru riet ihnen Gottes Namen bewusst zu wiederholen, ihren häuslichen Pflichten nachzugehen, der Magie abzuschwören. Auf diese Weise würden sie die Erlösung erlangen.

Man erzählt sich, dass sie dem Guru folgten. Nach einem kurzen Aufenthalt, ging er fort und ließ die erwachten Seelen zurück und verfolgte weiterhin seine Göttliche Mission.    

 

KAUDA RAKHSHASH:

    

                Der Guru reiste viele Meilen in der Wildnis von Assam. Sein Sänger Mardana wurde sehr hungrig und müde, also setzten sie sich unter einen Baum. Nachdem etwas Zeit vergangen war, holte Mardana etwas zu essen. Auf seinem Weg traf er Kauda, den Kannibalen. Kauda überraschte Mardana und fesselte seine  Arme und Beine und trug ihn zu dem Ort, an dem er eine große Pfanne gefüllt mit Öl hatte, um seine Opfer darin zu braten. Kauda begann das Feuer unter der Pfanne zu schüren. Als Mardana das sah, bekam er große Angst und betete darum, dass ihm der Guru zu Hilfe kommen würde. Der Guru wusste bereits davon und war unterwegs, um ihn zu retten.

                Kauda versuchte gerade das Feuer anzuzünden, als der Guru erschien. Kauda war absolut fassungslos, als er den Guru sah. Der Guru sah ihn mitfühlend und würdevoll an und sagte: „Kauda! Siehst du nicht, was du tust, willst du dich selbst ins ewige Feuer der Hölle werfen?“  Der überaus gütige und heilige Anblick des Gurus brachte solche Leute zur Vernunft ließ sie ihre Schuld begreifen, woraufhin sie ihm zu Füssen fielen und um Vergebung baten. Kauda, der durch  eine Vielzahl schrecklicher Verbrechen sein Gewissen verloren hatte, verstand auf einmal was er tat, und war von Bedauern überwältigt. Er fiel dem Meister zu Füssen und bat

um Vergebung. Der gnädige Meister segnete ihn mit dem Namen. Kauda wurde ein ganz anderer Mensch und lebte von da an als hingebungsvoller Schüler des Gurus.

 

DER GURU IN JAGAN NATH PURI:

 

            Nachdem der Guru durch die Täler von Golaghat Nagar und Dhanasri gereist war, in denen sehr viele Kannibalen lebten, kehrte er nach Gauhati zurück. Von da aus zog er weiter nach Shillong und nach Silhet, wo eine alte Gurdwara seiner gedenkt.

Dann ging er nach Dacca und auf dem Weg dorthin ging er an Kalkutta und Cuttack vorbei und erreichte schließlich Puri.

            Der Tempel von Jagan Nath, dem Herrn des Ostens, war einer der meist verehrten Tempel der Hindu - die anderen waren Som Nath, Badri Nath und Vishwa Nath. Man erzählt sich, dass Jagan Naths Abbild vom Architekten der Götter gemacht  und von Lord Brahma selbst aufgestellt wurde. Es war der Jahrestag der Errichtung dieses Götzenbildes, an dem Guru Nanak den Tempel erreichte. Der Guru besuchte den Tempel, nicht um den Herrn zu bewundern, sondern um die Leute zu unterrichten, dass die Verehrung Gottes weitaus bedeutsamer sei als die Verehrung eines Götterbildes. Es war schon Abend und die Priester brachten ein Tablett voll brennender Lampen, Räucherkerzen und Perlen und alle standen auf, um das Tablett dem verehrten Götterabbild darzubieten. Der Hohepriester lud den Guru dazu ein, an der Preisung Gottes teilzunehmen. Aber der Guru nahm an der Zeremonie nicht teil, was die Priester sehr ärgerlich stimmte. Nachdem man ihn nach dem Grund dafür gefragt hatte, erklärte der Guru, dass dem unsichtbaren Altar Gottes eine wunderschöne Serenade von der Natur gesungen werde. Die Sonne und der Mond  wären die Lampen, eingebettet in das Tablett des Bodens und der Duft, der von den malaysischen Bergen weht, seien die Räucherkerzen.

Darum erhob der Guru seine Augen zum Himmel, anstatt an der Zeremonie teilzunehmen, und sprach den folgenden Sabad:

 

             "Die Sonne und der Mond, oh Herr,  sind deine Lampen, der Boden dein Tablett; der Himmelskörper der Sterne die eingravierten Perlen.

Der Duft des Sandelholzes13 dein Räucherstab; der Wind ist dein Ventilator; die Wälder deine Blumen, Oh Du Herr des Lichts.

            Was für eine Preisung ist das, du Zerstörer der Geburt?

Die Ekstase sei die Trompete deiner Preisung.

Du hast tausend Augen, und doch nicht eines14;

Du hast tausend Formen, aber doch nicht eine;

            Du hast tausend reine Füße, aber doch  nicht einen,

            Du hast tausend Geruchsorgane, aber doch nicht eins-

            Ich bin von deinem Spiel fasziniert.

            Das Licht, das in allem ist, ist deins, oh Herr des Lichtes.

            Von seiner Brillianz wird alles erleuchtet;

            Durch die Lehre des Gurus wird das Licht offensichtlich.

            Was dir gefällt ist die wirkliche Kunst.

Oh mein Gott, ich bin von deinen Lotusfüßen so fasziniert  wie die Biene von der Blume: Tag und Nacht dürste ich nach ihnen.

Gib das Wasser deiner  Anmut zum Sarang15 Nanak, so dass er in deinem Namen verweilen kann. "

                                                (Dhanasri Mohalla 1, Arti, Seite 663)

 

            Puratan  Janamsakhi zu Folge, beendete der Guru seine erste Udasi mit dem Besuch von Puri und kehrte nach Punjab zurück. Nach einiger Zeit unternahm er seine zweite Udasi, um den Süden zu erkunden.

Sollte der Guru von Puri aus zurückgekehrt sein, so müsste er einige wichtige Schauplätze auf seinem Rückweg besucht haben., aber darüber gibt es keine Berichte in der Janamsakhi. Allerdings betrachte die Meharbanische Version der Janamsakhi die Ost- und Südreise als eine einzige Udasi. Andere sagen, dass die geographische Lage von Puri so ist, dass ein Besucher, der planen würde, nach Südindien zu reisen, nicht nach Punjab zurückkehren würde und dann in den Süden ziehen werde.

 

 

 

 

DER GURU IN SANGLADEEP (CEYLON):

 

            Von Puri aus ging der Guru nach Gantur, das im Bezirk des heutigen Andhra Pradesh, Kanchipuram, Tiruvannamalai und Tiruchchirupalli liegt. Jeder dieser Plätze hat Gurdwaras, um den Besuch des Gurus zu markieren. Von Tiruchchirupealli aus segelte er den Fluss Kaveri hinunter und erreichte Nagapatnam, einen sehr alten Hafen Indiens.

            Von dort aus ging er nach Sangladeep (Ceylon) weiter und Betticola war der erste Platz, an dem er sich auf der Insel niederließ. Er ging nach Matiakalam (das heutige Matalai), welche damals die Hauptstadt von Sangladeep unter Raja Shiv Nabh war.

     Bhai Mansukh, ein Kaufmann aus Punjab und ein Schüler des Gurus, war wegen seiner Arbeit schon in Sangladeep gewesen, lange bevor der Guru die Insel besuchte.

Da er ein Kaufmann war, kannte er Raja Shiv Najab und erzählte ihm alles über den Guru Nanak. Mansukh sagte ihm: „Steh früh am Morgen auf und bete das Moolmantar. Wenn du ehrlich betest, dann wird der Guru deine Gebete erhören.“ Jeden Morgen meditierte der Raja Shiv Nabh von nun an und betete darum, den heiligen Anblick des Gurus (Darshan) zu sehen. Die Zeit verging, doch der Guru erschien einfach nicht. Viele Leute tauchten auf und behaupteten, sie wären der Guru, aber sie waren alle nicht der wahre Guru. Eines Morgens erreichte ihn eine Nachricht von einem heiligen Mann, dessen Gesicht durch ein besonderes Strahlen erleuchtet wurde (die spirituelle Aura). Dieser war in einem alten vernachlässigten Garten angekommen. Sobald er dort einen Fuß hineingesetzt hatte, fingen die verblühten Bäume an, zu grünen.

             Da er so oft getäuscht worden war, ersann der Raja einen Plan, um die Besucher zu prüfen, ehe er seinen Kopf vor irgendjemandem beugen würde.

Deshalb schickte der Raja wunderschöne Mädchen aus, die den Neuankömmling durch ihren  Charme und ihre Schönheit betören sollten. Daraufhin erhielt der Raja die Nachricht, dass die Mädchen es nicht geschafft hätten, den Neuankömmling zu betören, und dass sie sich unter seinem Bann verändert hätten. Nachdem er dies gehört hatte, eilte Raja in den Garten, um den heiligen Meister zu sehen. Spontan fiel er vor dem Guru auf die Knie. Der Guru legte seine Hand auf  seinen Kopf und segnete ihn. Wer könnte die ekstatische Freude des Rajas je beschreiben?

     Die ganze Stadt eilte nun zu dem Garten, um den Meister zu sehen. Ein Dharamsala, ein

öffentlicher religiöser Platz wurde dort gebaut, wo der Guru seine täglich stattfindenden,

religiösen Versammlungen abhielt und das göttliche Wort predigte. Die Leute wurden durch Gottes Namen erleuchtet und somit Anhänger des Gurus.

 

RÜCKKEHR AUS SANGLADEEP

 

Die Verehrung von Shivas Götterbild war zu dieser Zeit in ganz Südindien üblich. Es gab zwölf Shiva-Tempel. Sechs davon befanden sich im Süden. Südindien war auch vom Kastensystem geplagt. Guru Nanak musste alle dieser Ortschaften besuchen, um dem Volk den Pfad der Ewigen Wahrheit zu zeigen, das heißt, die Verehrung des Allmächtigen, des Formlosen. Das war besser und fruchtbarer als der Götzendienst.

Nachdem er eine Zeit lang (vielleicht ein Jahr) in Sangladeep verweilt hatte, erreichte der Guru Chochin auf seiner Rückreise. An diesem Ort steht eine Gurdwara zum Gedenken des Gurus. Seine göttliche Lehre verkündend, reiste er durch Palghat, die Nilgiri-Hügel, Rangapatan und kam dann nach Pandharpur. Der Heilige Nam Dev, dessen Bani im Guru Granth Sahib eingeschlossen ist, verbrachte den größten Teil seines Lebens an diesem Ort. Von dort aus kam er nach Barsi, der Heimat des Heiligen Trilochans, dessen zwei Shabade im Guru Granth Sahib eingeschlossen sind. Von dort aus reiste er durch Poona, Amarnath, Nasik und Aurangabad und kam nach Amreshwar, wo der berühmte Tempel stand, der Onkar hieß. Hier hielt man die Verehrung des Shivling (Shivas Götterbild) für eine Art Gottesverehrung. Das Volk betrachtete  Sanskrit als Sprache der Götter und diese Sprache zu erlernen galt als heilige Tat.

Der Guru predigte gegen den Götzendienst und betonte, man sollte nur den Einen und nur Einen Gott verehren, den Formlosen. Das vom Guru bei Onkar Mandir gepredigte Evangelium ist im Guru Granth Sahib eingeschlossen, und zwar als Ramkali Mohalla 1- Dakhni Onkar, S.  929.

Dann ging er nach Indaur, Ujjain und Baroda weiter und gelangte schließlich nach Palitana, wo ein berühmter Dschaina-Tempel stand. Dschaina-Sadhu pflegten sich viele Tage lang nicht zu baden, und zwar in der Meinung, das Baden würde einige Lebewesen im Wasser töten. Hier hatte er eine Diskussion mit einem Dschaina Sadhu namens Ambhi. Er erklärte dem Sadhu, es würde nicht etwa irgendetwas religiös Gutes bewirken, vom Wasser wegzulaufen, sondern die Verehrung des Allmächtigen wäre die einzige Lösung. 

Der Guru reiste durch fast alle berühmten hinduistischen Wallfahrtsorte in der Gegend und verkündete seine Botschaft von der Einheit Gottes und, dass man an kein anderes als das Eine Höchste Wesen glauben sollte. Er besuchte Somnath, Sudhana, Puri und Dwarka. Von Kathiawar aus über Kachh und Chataur erreichte er Ajmer. Dort lebte einmal ein berühmter moslemischer Heiliger, Khawaza Mu`in du-Din Chisthi, der den Islam etwa siebzig Jahre lang in Ajmer verbreitete. Als der Guru dort ankam, gab es ein jährliches Zusammentreffen von Moslems, um Khawazas Tag zu feiern. Er verbot es den Moslems, die Makbras (die Grabmäler ihrer Heiligen) anzubeten und forderte sie stattdessen auf, nur Einen Gott anzubeten.

Auf der Durchreise durch Pushker kam der Guru nach Gokal Mathura-Bindraban. Das Volk steckte mitten in den Vorbereitungen für die Feier von Krishnas Geburtstag. Die Hindus legten Krishnas Götterbild (das sie Thakur nannten) in eine kleine Krippe. Sie schaukelten es und setzten all ihre Opfergaben vor das Götterbild. Der Guru entlarvte die Sinnlosigkeit des Götzendienstes und predigte ihnen, sie sollten Gott, den Formlosen, verehren.

Danach erreichte er Delhi und blieb bei Majnu da Tilla. Eine Gurdwara steht an diesem Ort, am Ufer des Flusses Jamuna. Ein Gurpurb  von Baisakhi, wird jedes Jahr im April an diesem Ort gefeiert. Von da aus reiste er nach Panipat, wo er einen moslemischen Heiligen, Scheich Sharf oder Taher, traf. Er ermahnte ihn, nur einen Gott anzubeten, den Alles Durchdringenden Göttlichen Geist, anstatt der Grabmäler der Heiligen.

Auf der Durchreise durch Pehwa kam er nach Kurukshetra16, einem Ort, wo die berühmte Schlacht des Mahabharata, zwischen Kauravas und Pandavas ausgetragen wurde. Es gab eine

Sonnenfinsternis, als der Guru Kurukshetra besuchte. Tausende von Menschen samt einer stattlichen Anzahl von Brahmanen und Heiligen hatten sich dort versammelt. Hindus halten es für heilig, anlässlich einer Sonnenfinsternis nach Kurukshetra zu reisen, im heiligen Wasserbecken zu baden und den Brahmanpriestern Almosen zu geben. Dem Hinduglauben zufolge findet eine Sonnenfinsternis dann statt, wenn die Sonne, der Gott, von seinen Feinden, den Dämonen,  belästigt wird. Keiner darf etwas während der Sonnenfinsternis essen.

Der Guru ging dorthin, um die Aufmerksamkeit der in die Irre gelaufenen Hindugemeinschaft darauf hinzulenken, dass die Sonnenfinsternis nichts weiteres als ein natürliches Phänomen war. Der Guru setzte sich ans heilige Wasserbecken und fing an, nachdem die Sonne sich verfinstert hatte, ein Reh zu braten, welches ihm Prinz Rai Singh17 geschenkt hatte. Eine große Menschenmenge versammelte sich um den Guru, denn es galt als Sakrileg Fleisch zu braten. Von Nanu angeführt umzingelten die Brahmanen den Guru und waren kurz davor ihn tot zu prügeln. Der Guru stand auf und sprach. Seine Worte wirkten wie ein Zauber und die Menge stand gebannt da. Der Guru sprach die folgenden beiden Sabad zu der Zeit:

„Der Mensch wird zunächst im Fleische gezeugt, er wohnt im Fleische,

Wenn er geboren wird, erhält er einen Mund aus Fleisch; sein Gebein, seine Haut

und sein Körper sind aus Fleisch.

Wenn er aus dem Mutterleib genommen wird, ergreift er Zitzen

aus Fleisch.

            Sein Mund ist aus Fleisch, seine Zunge ist aus Fleisch, sein Atem

ist im Fleische.

      Wenn er aufwächst, heiratet er und bringt Fleisch mit nach Hause.

      Fleisch wird aus Fleisch gezeugt; alle Beziehungen des Menschen sind

                         aus Fleisch gemacht.

      Indem man dem wahren Guru begegnet und Gottes Befehl gehorcht, wird jeder

den rechten Pfad gehen.

      Wenn du meinst, der Mensch werde von sich selbst errettet werden, das wird er

nicht: Nanak, es ist nutzlos das zu behaupten.“

                                     (Malar ki- Slok Mohalla 1- 25.1, Seite 1289)

 

Der Guru sprach weiter:

 

      „Narren streiten über Fleisch, kennen aber weder göttliches Wissen

                              noch die Meditation über Gott;

      Sie wissen weder was Fleisch noch was Pflanze ist, oder worin

                                                   die Sünde besteht.

      Es war der Brauch der Götter Einhörner zu erjagen, sie zu braten

und sich daran zu laben.

      Diejenigen, die dem Fleisch abschwören und sich in dessen Nähe die Nase

                                                   zuhalten, verschlingen Menschen in der Nacht.

      Vor der Welt heucheln sie, kennen aber weder göttliches Wissen noch

                                    die Meditation über Gott;

      Nanak, warum mit einem Narren reden? Er kann nicht antworten oder

                                                   das begreifen, was ihm gesagt wird.

      Wer blind handelt ist blind; er hat nicht die Augen des Geistes.

      Ihr wurdet aus dem Blut eurer Eltern gezeugt, doch esst ihr weder

                                                Fisch noch Fleisch.

      Wenn Mann und Frau sich in der Nacht treffen und ungetraut zusammen sind,

      wird ein Fötus aus Fleisch gezeugt; wir sind Gefäße aus Fleisch.

      O Brahman, du kennst weder göttliches Wissen, noch die Meditation über Gott,

doch nennst du dich selbst klug.

      Du betrachtest das Fleisch, das aus der Ferne18 kommt, als schlecht,

      O mein Herr, und das Fleisch deiner eigenen Heimat als gut.

      Alle Tiere sind dem Fleische entsprungen und die Seele haust im Fleische.

      Diejenigen, deren Guru blind ist, essen Sachen, die nicht gegessen werden sollten

und enthalten sich dessen, was gegessen werden sollte.

      Im Fleische werden wir gezeugt, aus Fleisch werden wir geboren;

                                          wir sind Gefäße aus Fleisch.

      O Brahman, du kennst weder göttliches Wissen, noch die Meditation über Gott,

doch nennst du dich selbst klug.

      Fleisch ist in den Purans erlaubt, Fleisch ist in den Büchern der Muslime

erlaubt, Fleisch ist in den vier Zeitaltern gegessen worden.

      Fleisch ziert feierliche Anlässe wie Opferdarbringungen und Jahreszeiten;

            Fleisch hat schon immer damit in Verbindung gestanden.

Frauen, Männer, Könige und Imperatoren entspringen dem

Fleische.

      Wenn sie dir auf dem Weg zur Hölle zu sein scheinen , so nimm

                                                   ihre Opfer nicht an.

Sieh ein, wie falsch es wäre, wenn Geber zur Hölle und Empfänger

                                                   zum Himmel gehen sollten.

      Du begreifst dich selbst nicht, doch unterrichtest andere;

                                    O Pandit, du bist sehr weise!

      O Pandit, du weißt nicht, woraus das Fleisch entsprungen ist.

      Getreide, Rohrzucker und Baumwolle sind aus Wasser erzeugt19;

      Aus dem Wasser sollen die drei Welten entsprungen sein.

      Wasser sagt: „Ich bin in vielfacher Weise gut “; zahlreich sind die

                              Formen des Wassers.

      Wenn du den Genuss dieser Sachen aufgibst, wirst du

                           übermenschlich, sagt Nanak bedächtig.“

                                               (Ibid, 25-2, Seite 1289)

 

GURU REIST NACH SARSA:

 

            Von Kurukshetra aus reiste der Guru durch Jind, wo eine Gurdwara zu seinem Gedenken steht, und kam dann nach Sarsa. Hier traf er einen moslemischen Heiligen. Der moslemische Pir hatte großen Einfluss auf seine Jünger und er hatte ihnen garantiert, ihnen einen Platz im Himmel zu sichern. Als Gegenleistung  für eine solche Garantie pflegten die Jünger dem Pir Zahlungsmittel und Naturalien als große Opfergaben darzubringen. Der Guru erklärte ihnen,  sie

sollten den Einen Gott verehren um die Errettung zu erlangen; die bloßen Opfergaben würden sie nirgendwo hinführen.

 

NACH SULTANPUR:

 

      Sultanpur lag etwa 135 Meilen nordöstlich von Sarsa. Nach acht Jahren und nachdem er mehr als sechstausend Meilen zu Fuß zurückgelegt hatte, erreichte der Guru Sultanpur. Die ältere Schwester, Bibi Nanki, und ihr Ehemann und die anderen Bekannten waren außer sich vor Freude ihn wiederzusehen.

 

DIE HEIMKEHR:

 

            Nachdem er eine Zeit lang in Sultanpur verweilt hatte, machte sich der Guru nach Talwandi auf. Sein Vater war etwa 75 Jahre alt. Damals gab es noch keinen Postdienst. Die alten Eltern warteten die Rückkehr ihres Sohnes ab. Endlich kam ihr Sohn nach Hause und sie waren über alle Maßen erfreut. Menschen kamen von weit und nah, um den heiligen Anblick des Gurus zu genießen. Sie fingen wieder an über seine Gesellschaft zu frohlocken. Zu der Zeit waren die Kinder des Gurus sowie seine Frau bei seinen Schwiegereltern in Pakhokey, einer Ortschaft, die etwa 110 Meilen in Richtung Lahore lag. Er ging also weiter, um seine Frau und Kinder zu sehen.

            Ajita war der Chaudhry (Häuptling) dieses Dorfes. Er hatte schon vom Guru gehört, ihn jedoch noch nie getroffen. Ajita war beim ersten heiligen Anblick des Gurus so tief beeindruckt, dass er auf der Stelle sein Jünger wurde.

 

GRÜNDUNG VON KARTARPUR:

 

            Manche Autoren sagen, der Guru hätte Kartarpur (Stadt des Schöpfers) nach seiner dritten Udasi gegründet. Andere glauben, er begann 1516 mit der Gründung von Kartarpur, und zwar gleich nachdem er von seiner ersten Reise 1515 zurückgekehrt war. Obgleich er überall, wo er hinging,  Missionszentren errichtete, wollte er dennoch eine Zentralstelle aufbauen, um die

Bemühungen und Tätigkeiten seiner Mission zu koordinieren. Darum wählte er diesen Ort bei Pakhokey aus, der am Ufer des Flusses Ravi entlang lag. Als er Chaudhry Ajita diese Nachricht mitteilte, stimmte dieser sofort mit ihm überein. Der Chaudhry und viele andere Menschen von diesem Dorf verließen ihre Ländereien und gingen zu der neuen Stadt. Die Gründung von Kartarpur wurde sofort begonnen. Der Guru brachte seine Eltern nach Kartarpur, was Mardana auch tat. Man fing an, morgendliche und abendliche religiöse Versammlungen abzuhalten.

 

ZWEITE UDASI:

 

            Nachdem er die Besiedlung von Kartarpur veranlasst hatte, begab sich der Guru auf seine zweite Reise nach Norden. Er machte einen ersten Aufenthalt in Sialkot20, einer Stadt etwa 50 Meilen östlich von Kartarpur. Nachdem die moslemischen Eindringlinge ihre Herrschaft in Indien gesichert hatten, kamen auch viele moslemische Fakire (Heilige und Prediger) herbei und diese Fakire errichteten ihre eigenen Zentren an verschiedenen Orten, um den Islam zu predigen. Durch ihre Missionsarbeit ließen sich die meisten Hindus zum Islam bekehren. Pir Hamza Ghons war einer derjenigen Fakire, der ein Zentrum bei Sialkot gründetet. In der Stadt wohnte eine Hindufamilie, die keine Kinder hatte. In der Meinung, der Pir hätte wunderbare Kräfte, flehte das Familienoberhaupt dieser Hindufamilie den Pir  an, ihn mit einem Sohn zu segnen. Er versprach, dass, wenn ihm ein Sohn geboren würde, er ihn dem Pir anbieten würde. Durch Gottes Gnade wurde ein Sohn geboren, aber der Mann scheute sich davor, sein Versprechen zu halten und bot dem Pir seinen Sohn nicht an. Das versetzte den Pir so sehr in Wut, dass er die ganze Stadt      

brandmarkte und sagte, sie stecke voller Lügner, und er wolle sie aus Rache zerstören. Um die Zerstörung der Stadt herbeizuführen saß er in Abgeschiedenheit und begann ein vierzigtägiges Fasten. Das Volk war sehr verängstigt und seine Jünger wollten nicht zulassen, dass ihm jemand Nahe kam.

            Der Guru saß in der Nähe, bat Mardana seine Rabab zu spielen und stimmte den Göttlichen Sabad an. Daraufhin war der Pir so sehr erschüttert, dass er gezwungen wurde sein Fasten abzubrechen. Als er dem Göttlichen Lobpreis und Gebet zuhörte, beruhigte er sich und ließ sich vor dem Guru nieder. Der Guru gab dem Pir zu verstehen, es wäre nicht gerecht die Stadt wegen des Fehlers eines einzelnen Menschen zu zerstören. Pir Hamza Ghons wurde von der

Wirklichkeit und Wahrheit gerührt. Somit gab er seine rachsüchtige Zerstörungstat auf. Zu Sialkot steht eine Gurdwara, dem Guru zu Ehren.

            Von dort aus reiste der Guru weiter nach Jammu und zum Tempel der Göttin Vishnu Devi. Seine Wahrheitslehre verkündend reiste er durch Vairi Nat, Kukar Nag und die Quellen bei Anant Nag und gelangte nach Pehalgam und dann Amarnath, einem Ort etwa 90 Meilen östlich von Srinagar. Die Hindus verehrten Shivling zu Amarnath, aber der Guru redete über die Nutzlosigkeit des Götzendienstes und forderte sie auf den Einen und nur Einen Gott zu verehren.

Ein paar Meilen vor Amarnath steht eine Gurdwara, die Matan Sahib heißt.

            Es wohnte zu Srinagar ein sehr gelehrter Pandit namens Brahm Das, der immer von einigen - mit Bänden antiker Weisheit beladenen- Kamelen gefolgt wurde. Das hieß, er hatte die vollkommene Kenntnis über das Wissen, das in diesen religiösen Büchern enthalten war. Er hörte, ein Heiliger und großer Lehrer wäre im Tal angekommen, und dass viele Menschen zu ihm gegangen wären, um seinen Segen zu erbitten. Zunächst entschied er sich zu ihm (dem Guru) zu gehen, aber sein Stolz auf sein Wissen hielt ihn davon ab. Eines Tages ging er jedoch seinen Freund, Kamal,  besuchen und erzählte ihm vom fremden Besucher (Guru Nanak) im Tal.

            Kamal war ein frommer Moslem und ein Wahrheitssucher. Er ging ohne jegliches Zögern hin, um den Guru zu sehen. Als Kamal den Guru erblickte, fiel er dem Guru zu Füßen und sank voller Freude in Ohnmacht. Als er wieder zu sich kam, fand er im eigenen Herzen das Licht, wonach er sich jahrelang gesehnt hatte. Kamal erhielt den Segen und wurde ein Jünger des Gurus. Der Guru bat ihn sich im Tal von Kurram niederzulassen, von wo aus er Gurus Lehre

nach Kabul, Kandahar und Tirah verbreiten solle. Danach kam auch Brahm Das, um den Meister zu sehen. Er begann eine Diskussion mit dem Guru und prahlte mit seinen Kenntnissen von

antiken Weisheiten. Als der Guru seine mit Büchern beladenen Kamele sah, sprach er den folgenden Sabad:

 

„Man mag Wagenladungen von Büchern lesen,

Man mag Karawanenladungen von Büchern lesen,

Man mag Bootsladungen von Büchern studieren

Oder Keller mit Bänden seines Lernens füllen;

Man mag viele Jahre lang lesen

Und jeden Monat im Jahr nur beim Lernen verbringen;

Und man mag sein ganzes Leben

Die ganze Zeit bis seinen letzten Atemzug lernen;

O Nanak, nur Ein Wort, Gottes Namen, wäre von Belang,

Alles andere wäre eine sinnlose Diskussion über den Stolz.“

                              (Asa Mohalla 1- Slok Mohalla 1, 1.9, Seite 467)

 

      Als er das hörte, bat Brahm Das: „Verzeih mir, O heiliger Guru! Ich habe heilige Bücher gelesen und akademisches Wissen von allen sechs philosophischen Schulen erworben, doch muss ich gestehen, ich habe noch keinen Seelenfrieden erlangt. Bitte, sag mir doch, wie ich ihn erwerbe?“

            Der Guru erklärte: „Akademisches Wissen führt zum Stolz und Stolz verdunkelt die Sicht des Menschen. Das Ego ist das größte Hindernis. Solange er sich dessen nicht entledigt, kann ein Mensch weder die Wahrheit erfassen noch seinen Seelenfrieden finden.“ Brahm Das fiel dem Guru zu Füßen und bat: „Errette mich, O Herr! Ich war in der Finsternis und bin ein Sünder; segne mich mit Frieden.“ Brahm Das empfing den Segen und wurde ein Jünger des Gurus. Ihm wurde die Aufgabe anvertraut, den Glauben der Sikh im Tal von Kaschmir zu predigen.

 

 

GURU REIST NACH KAILASH PARBAT:

 

            Von Amarnath aus reiste der Guru nach Tibet und zog weiter zum See Mansarovar und dann nach Kailash Parbat (auch Sumer Parbat genannt). Dort traf er viele berühmte Sidhas. Sie erkundigten sich beim Guru nach den derzeitigen Umständen in Indien. Der Guru sagte ihnen, dass die Unwahrheit das Land überschatte und der Mond der Wahrheit völlig von der Finsternis der Unkenntnis verschleiert sei. Die Könige seien Metzger und die Gerechtigkeit habe Flügel bekommen und sei davongeflogen.  Dann sagte er weiter: „Nathji, wenn die Sidhas (Yogis) sich in Enklaven in den Bergen verbergen, wer bleibt dann übrig, um das Volk in die richtige Richtung zu führen?“

            Die Sidhas wollten, dass der Guru ihre Tracht trägt und ein Yogi wird, doch konnte es ihnen nicht gelingen. Sie hatten übernatürliche Kräfte, die sie gegen den Guru einzusetzen versuchten. Sie baten ihn, Wasser von einer nahegelegen Quelle zu holen. Der Guru nahm eine Schüssel und ging los, um Wasser zu holen. Durch ihre wunderbaren Kräfte verwandelten sie das Wasser in Juwelen und Diamanten. Sie hatten gemeint, der Guru werde von den Reichtümern überwältigt. Er kümmerte sich nicht um die Juwelen und kehrte mit leerer Schüssel zurück. Sie probierten noch viele weitere Kunstgriffe, aber sie scheiterten dabei. Endlich erkannten sie die Übermacht des Gurus an, saßen demütig um ihn und es ergab sich eine Diskussion21. Der Guru

überzeugte sie davon, sich lieber im Dienste der Menschheit zu bemühen, statt leere Formen zu tragen und schwere Bußen zu tun. Ein Sidh namens Charpat fragte den Guru:

 

„Die Welt ist ein Meer und man sagt, es sei schwer darüber hinüberzufahren; wie

                     soll man ihn überqueren?

               Sagt Charpat, O Avadhuta Nanak, gib eine Wahre Antwort.“

                                                 (Ramkali Mohalla 1, Sidh Gosht-4, S. 938)

 

 

 

Der Guru erwiderte:

            „Wie der Lotus auf dem Wasser treibt, von dessen Wellen jedoch ungerührt bleibt;

Wie der Schwan darinnen schwimmt und nicht vom Wasser durchnässt wird;

So wirst du, indem du über das Wort meditierst und Gottes Namen wiederholst,

das Weltenmeer wohlbehalten durchqueren können.

                  Nanak ist denen ein Diener, die in der Welt unabhängig bleiben,

                     In deren Herzen der eine Gott wohnt, die ohne

            Wünsche mitten in Wünschen leben,

            Und die den Unerreichbaren und Unfassbaren Gott sehen und ihn anderen zeigen.“

                                               (Ibid, Sidh Gosht-5, S. 938)

Ein anderer Yogi fragte:

            „Was ist die Quelle deines Systems

            Und wann war sein Anfang?

            Wer ist dein Guru, dessen Jünger du bist?“

 

Der Guru erwiderte:

            „Mein System begann

            Mit dem Anfang des Lebenshauches.

            Seine Quelle ist die Weisheit des wahren Gurus,

            Der Wahre Guru ist das Wort,

            Und forschendes Bewusstsein ist der Jünger.“

                                                (Ibid.44, S. 943)

 

            Bildnisse von Guru Nanak sollen in einigen der Tempel in dieser Gegend vorhanden sein. Von Kailash Parbat aus wandte sich der Guru nach Nordwesten und kam über den Chasulpass in das Gebiet Ladakh und dann nach Karunagar. Bemerkenswert an diesem Ort ist, dass es ein paar Dörfer in der Nachbarschaft gibt, in denen niemand außer Guru Nanak verehrt wird. Unweit von Karunagar gibt es einen Ort, der Gompa Hemis heißt, wo Guru Nanaks Besuch wach in Erinnerung gehalten wird. Hier hat das Volk den Stein bewahrt, worauf der Guru sich während seines Besuches gesetzt haben soll. Er kam nach Skardu, wo eine Gurdwara steht, die nach dem

Guru benannt ist. Von da aus ging er nach Kargal, Pehalgam, Anant Nagar, Srinagar und Bara Mula weiter und kam schließlich nach Kartarpur zurück.

            Kaschmir war einst das Zentrum der gelehrten Pandits (Brahmanen) gewesen. In Anbetracht dessen war diese Gegend tief im Götzendienst verstrickt und in sonstigen Riten und Ritualen. Der Guru erklärte die Wesenszüge Gottes und betonte, man solle niemanden außer das Eine Höchste Wesen verehren. Er betonte weiter, dass andere Riten und Rituale unnütz waren. Pandit Brahm Das, der ein Jünger des Gurus wurde, erwies große Dienste, indem er des Gurus Lehre im Kashmirtal verkündigte.

 

DRITTE UDASI:

 

            Die dritte Udasi wurde in Richtung Westen unternommen. Guru Nanak gelangte nach Pakpatan (Ajodhan), wo er Sheikh Brahm traf, der elfter in Baba Farids Erbfolge war, dessen Bani auch im Guru Granth Sahib eingeschlossen ist. Der Guru besprach vieles mit Sheikh Brahm. Der Guru erklärte,

 

            „Du bist die Schreibtafel, O Herr, du bist die Feder und du bist

             auch das Geschriebene,

              Sprich von dem einen Gott; O Nanak, warum sollte es einen zweiten geben?“

                           (Var Malar ki Mohalla 1, 28-2, S. 1291)

 

Der Scheich bat den Guru um eine Erklärung: „Du sagst, ‘Es gibt nur einen Gott, warum sollte es einen zweiten geben?’, und ich sage:

            „Es gibt einen Herrn und zwei Wege;

            Welchen soll ich einschlagen und welchen verwerfen?“

 

Der Guru antwortete:

 

            „Es gibt einen Herrn und einen Weg;

            Schlag den einen ein und verwerfe den anderen.“

 

In einer Var (wie Asa di Var) muss es zwei Wesen geben; und der Scheich bat den Guru, ihn eine Strophe zum Lob des Einen Gottes hören zu lassen. „Meine Vorstellung ist es“, sagte der Sheikh, „dass Lobpreis nicht ohne zwei Wesen ausgeführt werden kann, das heißt, Gott und den Propheten. Lass mich sehen, wen du zum Fürsprecher für die Menschen machst.“ Daraufhin forderte der Guru Mardana auf, das Rebek zu spielen und  trug den ersten Slok und Pauri der Asa di Var vor:

 

            „Ich bin meinem Guru, Nanak, hundertmal täglich ein Opfer,

            Der ohne jegliches Zögern Halbgötter aus den Menschen machte.

            Nanak, diejenigen, die, sehr klug in ihren eigenen Augen, nicht an den Guru denken,

            Werden wie unechter Sesam auf einem geernteten Acker-

            Sie werden wurzellos auf dem Acker gelassen werden, sagt Nanak.

Die armen Teufel mögen sogar Früchte und Blüten

            tragen, ihre Körper werden aber Asche enthalten.

 

Pauri:

            Gott selbst schuf die Welt und formte sich im Namen,

            Er schuf die Natur durch seine Macht; im Sitzen betrachtete er sein Werk mit Vergnügen.

            O Schöpfer, du bist der Geber; erfreut spendest und bezeugst du Güte.

            Du weißt alles; mit einem Wort schenkst und nimmst du Leben.

            Im Sitzen betrachtest du dein Werk mit Vergnügen.“

                               (Asa Mohalla 1, Seite 462-63)

 

            Der Scheich wollte daraufhin ein Messer: „Schenk mir ein solches Messer, dass alle diejenigen, die damit getötet werden, annehmbar vor Gott sein werden. Mit dem herkömmlichen Messer werden niedere Tiere getötet. Wird die Kehle eines Menschen mit  so einem Messer durchschnitten, so wird er Aas.“

 

Der Guru bejahte das Gesagte:

           

            „Wahrheit ist das Messer, Wahrheit ist reiner Stahl;

            Seine Machart ist vollkommen unvergleichbar.

            Leg sie auf den Schleifstein des Wortes

            Und setze sie in die Scheide des Verdienstes ein;

            Blutet irgendjemand daran, O Scheich,

            So wird man das Blut der Habgier hervorquellen sehen.

            Wird ein Mensch damit getötet, so wird er hingehen, um Gott zu begegnen,

            O Nanak, und  er wird in seinen Augen aufgenommen werden.“

                                                   (Ramkali ki Var, Mohalla 1, 19.2, S. 956)

 

            Als er das hörte, hob der Scheich das Haupt vor Verwunderung  und sagte: „Gut gemacht. O Nanak, es besteht kein Unterschied zwischen Gott und dir. Sei so freundlich und segne mich, auf dass auch ich auf gutem Fuß mit ihm stehe.“ Der Guru antwortete: „Scheich Brahm, Gott wird dein Schiff wohlbehalten ankommen lassen.“ Der Scheich bat den Guru darum, es ihm als festes Versprechen zu geben. Der Guru entsprach seinem Wunsch und segnete ihn mit dem Seelenheil.

            Gemäß dem Puratan Janamsakhi wurden die ersten neun Pauris (Strophen) der Asa di Var vom Guru während der Diskussion mit Scheich Brahm gesprochen und fünfzehn weitere Pauris der Asa di Var wurden für Duni Chand Dhuper von Lahore gesprochen.

            Der Guru reiste dann weiter nach Multan, Uch und Sakhar und gelangte nach Lakhpat, wo eine Gurdwara zu seinem Gedenken steht. Dann kam er nach Kuriani, wo es ein nach dem Guru benanntes Wasserbecken gibt. Er besuchte Miani, etwa fünfzig Meilen westlich von der Stadt Karachi und besuchte die Tempel der Hindus und Mosleme in der Gegend. In der Nähe von Hinglaj gibt es ein Dharmsala, um das Andenken an den Besuch des Gurus an diesem Ort zu bewahren. Von dort aus ging er an Bord eines Schiffes nach Arabien.

 

GURU NANAK IN MEKKA:

 

            Er kleidete sich in das blaue Kleid eines mohammedanischen Pilgers, nahm den Wanderstab eines Fakirs in die Hand und eine Sammlung seiner Hymnen, `Pothi´ genannt, unter den Arm. Wie es sich für einen frommen Moslem geziemt, führte er auch eine Tasse mit sich, für seine Waschungen, sowie einen Teppich, worauf er beten konnte. Wie ein Pilger ging er in die große Moschee, wo die Pilger sich gerade mit ihren Andachten beschäftigten. Als er sich nachts schlafen legte, wandte er die Füße zur Kaaba hin. Ein Priester, Jiwan22, trat ihn und sagte: „Wer ist dieser Ungläubige, der mit seinen Füßen auf das Haus Gottes gerichtet schläft?“ Der Guru erwiderte: „Drehe mir die Füße in die Richtung, wo Gott nicht ist.“ Daraufhin packte Jiwan dem Guru die Füße und schleppte sie in die entgegengesetzte Richtung, woraufhin die Kaaba (der Tempel) sich umgedreht haben soll, dem Körper des Gurus folgend. Manche sagen, dass, der Priester zu der Einsicht gelangte, daß Gott überall vorhanden war, als er vom Guru aufgefordert wurde, dessen Füße in die Richtung zu drehen, in der Gott nicht sei. Doch diejenigen, die dieses Wunder miterlebten, waren erstaunt und begrüßten den Guru als übernatürliches Wesen.

            Dann scharten sich die Quazis und die Mullas um den Guru und fragten, ob er Moslem oder Hindu sei. Der Guru antwortete, er sei keines von beiden. Dann fragten sie: „Wer von den beiden ist dem andern überlegen, Hindu oder Moslem?“ Der Guru antwortete: „Ohne gute Taten werden beide umkehren. In den Taten liegt die Überlegenheit und nicht etwa in bloßen Glaubensbekenntnisen.“

            Der oberste Priester war ein Wahrheitssuchender und erbat den Segen des Gurus. Der Guru predigte die Lehre von Nam. Dann gab er dem Priester Anweisungen in Bezug auf die Kunst des wahren Lebens, auf dass er Tag und Nacht in seiner Gegenwart wohne und den Herrn verehre und dadurch den Schmutz der Sünden von der Schreibtafel der Sinne lösche.

     

GURU IN MEDINA:

 

            Zur rechten Zeit reiste der Guru nach Medina weiter, einer anderen heiligen Stadt der Moslems, wo deren Prophet Mohammed viele Jahre lang gewohnt und seinen letzten Atemzug getan hatte. Er kam beim Anbruch der Dunkelheit an und rastete außerhalb der Stadt. Zufällig war dies ein Ort, an dem Aussätzige abgeschieden lebten und keine fürsorglichen Maßnahmen für ihr Wohlbefinden oder ihre Behandlung getroffen worden waren. Der Geschichte nach heilte der Guru sie alle, was zur Folge hatte, dass das Volk scharenweise hinzukam, um den heiligen Anblick des Gurus genießen zu können. Danach reiste er über Basra nach Bagdad.

 

GURU IN BAGDAD:

 

            Dort wohnte ein sehr berühmter moslemischer Heiliger, Pir Abdul Kadar, der 1166 n. Chr. in Bagdadgestorben war. Er war als Dastgir bekannt und auch seine Nachfolger hießen Dastgirs. Die moslemischen Hohepriester mochten keine unethischen und unmoralischen musikalischen Strophen. Anstatt die zu Unsitten führende Dichtung zu verurteilen, verwarfen sie unverblümt die Musik (‘Rag’) selbst. Also war die Musik gemäß dem moslemischen Shariat (Gesetzbuch) verboten. Die gesamte heilige Schrift der Sikh ist in Versform und in verschiedenen Arten von Rags und Raginis notiert. Am Morgen rief der Guru zum Gebet auf, woraufhin sich die ganze Bevölkerung vor stillschweigender Verwunderung entzückte. Vielleicht tat er es anders als die Moslems. Dann spielte Mardana die Rabab und der Guru stimmte die Shabad Kirtan (musikalische Rezitation der Gurbani) an. Ein jeder, der dies hörte, war begeistert. Die Kunde davon breitete sich schnell in der Stadt aus. Der hohe Priester, Pir Dastgir, ein anderer Heiliger, Bahlol, und andere kamen um den Guru zu sehen.

            Den Mohammedanern zufolge gibt es sieben Himmel über der Erde und sieben Unterwelten samt der Erde selbst. Der Guru fing an das Japji zu rezitieren. Als er die zweiundzwanzigste Pauri (Strophe) des Japjis wiederholte, war der Pir wie von Donner gerührt, als er etwas hörte, was der Autorität des heiligen Korans widersprach, nämlich, dass es hundert Tausende von unteren und oberen Sphären gebe, und dass die Menschen der Suche schließlich überdrüssig würden. Der Pir forderte den Guru auf, einen Beweis für das zu erbringen, was er gesagt hatte. Daraufhin soll der Guru23 dem Sohn des Priesters die Hand aufgelegt und ihm die oberen und unteren Regionen gezeigt haben, wie sie im Japji- Pauri 22 beschrieben werden. Um zu beweisen, dass der Junge diese Regionen tatsächlich gesehen hatte, brachte er Parshad

(heiliges Essen) von einer dieser Regionen mit und gab es seinem Vater. Sowohl der Pir als auch Bahlol verneigten sich vor dem Guru und erbaten seinen Segen.

            Bahlol wurde ein Jünger des Gurus. Er soll sechzig Jahre unten an der Felsplatte verbracht haben, worauf die heiligen Füße des Gurus während ihrer Diskussion geruht hatten. Später wurde dort ein Schrein errichtet zum Gedenken des Gurus. Die englische Übersetzung der Inschrift auf der Felsplatte im Schrein lautet:

 

            "In memory of the Guru, that is the Divine Master, Baba Nanak,Faqir Aulia, this   building has been raised with the help of

            seven saints, and the chronogram reads. The blessed disciple

            has produced a spring of Grace year 917" (Muslim year).

                  „Zum Gedenken des Gurus, das heißt, des Göttlichen Meisters, Baba Nanaks, Fakir Aulias, ist dieses Bauwerk durch die Mithilfe von sieben Heiligen errichtet worden und das Chronogramm lautet: Der selige Jünger hat 917 (moslemisches Jahr) eine Gnadenquelle hervorgebracht“

Swami Anand Acharya aus Schweden erwähnt in seinem von Macmillan & Sons, London, herausgegebenen Buch Snow Bird, dass er während seines Aufenthalts in Bagdad eine weitere von 917 Hijri datierte Inschrift auf der Felsplatte entdeckte. Die Inschrift lautet:

 

„Hier sprach der Hindi Guru Nanak zu Fakir Bahlol. Diese sechzig Jahre, seitdem der Guru den Irak verlassen hat, rastete Bahlols Seele auf des Meisters Wort wie eine Biene auf einer von der Morgendämmerung erhellten Honigrose.“

 

RÜCKKEHR AUS BAGDAD:

 

            Von Bagdad aus reiste der Guru durch den Iran, Turkestan und Afghanistan und gelangte dann nach Kabul. Manche Autoren glauben, er wählte den viel bereisten Weg von Bagdad in Richtung Teheran und Kandahar, und gelangte so nach Kabul. Auf der Durchreise ging er durch Mehds. Bhai Mani Singhs Janamsakhi verweist auf seinen Besuch an diesem Ort. Seit dem Besuch Guru Nanaks in Kabul waren die Sikh-Kontakte sorgfältig bewahrt worden. Sikh-Prediger waren dort stationiert, um Gurus Lehren zu verbreiten. Einst diente auch Bhai Gurdas als einer der Sikh-Missionare in Kabul.

            Von Kabul aus reiste der Guru nach Jalalabad und Sultanpur und wanderte über den Khyberpass, um nach Peshawar zu gelangen. Um an seinen Besuch zu ermahnen, stehen Gurdwaras in Jalalabad und Sultanpur,. Der Guru stattete dem Gorakh Hatri einen Besuch ab und redete mit Jogis. Er ging auch nach Hassan Abdal, heute als Panja Sahib bekannt, und saß unten am Hügel.

 

GURU NANAK UND WALI KANDHARI:

 

            Oben auf einem kleinen Hügel wohnte ein moslemischer Fakir namens Wali Kandhari, der in der Gegend gut bekannt war, weil er wunderbare Kräfte besaß. Mardana brauchte Wasser, das nur bei Wali erhältlich war. Mardana sagte Wali, dass Guru Nanak angekommen war und riet ihm, sich mit dem Guru zu treffen, der ein großartiger Heiliger Gottes war. Wali, der Heiligkeit ausschließlich für sich beanspruchte, war beleidigt, als er die Lobpreisung des Gurus hörte. Er weigerte sich, ihm Wasser zu geben und sagte, wenn der Guru ein solcher Heiliger wäre, könnte er Mardana mit Wasser versorgen. Als dem Guru diese Antwort mitgeteilt wurde, sandte er Mardana zurück zu Wali mit der Botschaft, dass er (der Guru) ein armes Geschöpf Gottes war und keine Ansprüche habe, ein Heiliger zu sein. Der Wali schenkte dieser Protesterklärung keine Beachtung und weigerte sich immer noch, ihn mit Wasser zu versorgen.

            Daraufhin hob der Guru einen Stein auf und ein Bächlein Wasser quoll sofort hervor. In der Tat kam dieses Wasser aus Walis Wasserbecken, das daraufhin austrocknete. Natürlich verstärkte dies Walis Wut und er soll durch seine wunderbaren Kräfte ein kleines Hügelchen auf  das unbescholtenee Haupt des Gurus geschleudert haben. Als der Guru das herabstürzende Hügelchen sah, hob er die rechte Hand, und als es die Hand des Göttlichen Meisters berührte, kam das Hügelchen zum Stillstand. Wegen der göttlichen Berührung schmolz der Stein und wurde weich wie Wachs, so dass das Zeichen von der Palme des Meisters unauslöschlich tief eingeprägt hinterlassen wurde. Wali Kandhari war über die Maßen erstaunt und fiel dem Guru letztendlich zu Füßen und flehte ihn um Verzeihung an. Der Guru äußerte sich: „O Freund, diejenigen, die so hoch leben, sollen nicht im Herzen hart wie Stein sein.“ Wali wurde vom Meister gesegnet.

            Der Abdruck von der Hand des Gurus (Punja) ist noch auf dem Stein zu sehen und das   kristallklare Wasser fließt dort noch immer. An diesem Ort steht eine Gurdwara, die als ‘Punja Sahib’ bekannt ist. Sie befindet sich jetzt in Westpakistan.

 

GURU IN SAIDPUR:

 

            Der Guru reiste ein zweites Mal nach Saiyidpur oder Saidpur, jetzt als Eminabad bekannt, wo er Bhai Lalo abermals besuchte. Lalo beschwerte sich bei ihm und verlangte nach einer Maßregelung der Pathanen, die im Luxus lebten und sich wenig um andere kümmerten. Der Guru erwiderte, ihre Herrschaft würde kurz sein, da Baber auf dem Weg zur Eroberung Indiens war. Baber drang zum dritten Mal in den Pandschab ein, im Jahre 1521. Er überfiel die Stadt Eminabad und setzte sie Massaker, Plünderung und Vergewaltigung aus. Es war ein Bild des Entsetzens, das Guru Nanak selbst beschreibt, indem er davon spricht, wie die anmutigen Häupter der Jungfern und schönen Frauen im Staube lagen.

 

            Die meisten Autoren (einschließlich vieler Sikh) sagen, der Guru hätte sich qualerfüllt an den Allmächtigen gewandt, als er diese grauenvolle Szene sah:

 

             „Eti mar pai kurlane tai ki dard na aaya.“

                                             (Asa Mohalla 1, S. 360)

 

            Und sie übersetzen den obigen Vers, wie folgt:

 

            „Als es ein solches Gemetzel und solch Wehklagen gab,

            empfandest du, O Gott, keinen Schmerz?“

 

                  Lasst uns mal prüfen, ob diese Autoren Recht haben. Richtete der Guru einen solch qualvollen Appell an Gott, oder nicht?

 

            A. In der aller ersten Strophe (Pauri) des Japjis auf der aller ersten Seite des Guru Granth Sahibs, sagt Guru Nanak:

     

            „Hukam rajai chalna Nanak likhia nal.“

             Übersetzung:

               „O Nanak, so lautet die Göttliche Schrift,

               Der gerechte Pfad, lass ihn deiner sein.“

 

            In Asa Mohalla 5, Seite 394, heißt es wiederum:

 

               „Tera kia meetha lagei

                Har nam padarth Nanak mangei.“

             Übersetzung:

               „Süß ist dein Willen, mein Herr,

                Nanak erfleht die Gabe Nams.“

           

            Die obigen Zitate bedeuten, dass alles, was im Leben geschieht, willentlich akzeptiert werden soll. Im Hause Guru Nanaks gibt es keinen Platz für Tränen oder Wehklagen. Es gibt keinen Platz für einen Appell anstelle der Göttlichen Schrift. Man muss Gottes Willen bereitwillig annehmen, und zwar als die süßeste Gabe des Lebens. Das ist die erste von Guru Nanaks gepredigten Lektionen an die Menschen im Japji. Wie könnte der Guru dann Seelenqualen erleiden? Empfindet das Göttliche Jot etwa auch Seelenqualen?

 

B. Der Guru versichert, auf die Gebete eines wahren Verehrers wird vom Allmächtigen immer geantwortet. Wahre Verehrer werden von ihm angenommen:

 

               „Nanak das mukh te jo bolai eeha uha sach howai.“

                                        (Dhanasri Mohalla 5, Seite 681)

             Übersetzung:

                „Was auch immer Gottes Diener, Nanak, ausspricht, wird sich als wahr erweisen, sowohl in dieser Welt als auch im Jenseits.“

 

Da er die Verkörperung Göttlichen Lichts war, hätte er seinen Appell annehmen müssen

und Baber bestrafen sollen. Die Geschichte erinnert uns jedoch daran, dass Babers Herrschergeschlecht ziemlich gesegnet war mit einer sich über sieben Generationen erstreckenden Herrschaft.

 

C. Der Guru hatte Eminabad vor Babers Angriff auf die Stadt erreicht und er sprach das unten aufgeführte Sabad, worin er Lalo über das bevorstehende Massaker Bescheid gab. Er hatte einige Menschen darauf hingewiesen, dass sie die Stadt verlassen sollten und das taten sie auch.

 

               „So wie das Wort des Herrn zu mir kommt, so

                         erzähle ich es, O Lalo,

                Einen Hochzeitszug der Sünde mitbringend ist Baber

                         aus Kabul geeilt und fordert Reichtum

                         als seine Braut, O Lalo;

                Bescheidenheit und Religion sind verschwunden, Falschheit

                         marschiert voran, O Lalo;

               ................................................

                Sie singen das Siegeslied des Mordes, O Nanak, und

                         beschmieren sich mit dem Safran des Blutes.

                Nanak singt dem Herrn zum Preis in der Stadt

                         der Leichen und spricht diese Weisheit:

                Derjenige, der die Menschen erschuf, wies ihnen

                         verschiedene Stellungen zu,

                         Er sitzt alleine für sich und betrachtet sie.

                Wahr ist der Herr, wahr sein Entschluss, wahr das     

                     Recht, das er als Beispiel spricht.

                Leichen werden wie Stofffetzen zerschnitten;

                         Hindustan wird an das denken, was ich sage.

                                                (Tilang Mohalla 1, S. 722)    

 

Angesichts der obigen Deutung scheint es ganz offensichtlich, dass der Guru nicht an Gott appellierte, sondern dass der unerschrockene Guru Nanak Jot das Sabad an Baber richtete, der dem Guru dann zu Füßen fiel und ihn um Vergebung bat.               

                        Baber schrieb in seinen Erinnerungen: „Die Einwohner von Saidpur wurden mit dem Schwert erschlagen, ihre Frauen und Kinder in Gefangenschaft gebracht und ihr ganzes Vermögen geplündert.“

 

         Viele wurden ermordet und die meisten der Übrigen wurden von Babers Heer gefangen genommen. Es wurde gesagt, dass der Guru sowie sein Minnesänger Mardana auch in ein Konzentrationslager gebracht worden seien. Die Gefangenen bekamen Handmühlen um das Getreide zu mahlen. Der Guru bat Mardana darum, ein Lied auf seinem Rebec zu spielen und begann danach das Kirtan. Während das göttliche Sabad gesungen wurde, kamen die ganzen Gefangenen und setzten sich um den Guru, woraufhin jede Mühle anfing, automatisch zu arbeiten. Als die Wächter dieses übernatürliche Phänomen bemerkten, standen sie bezaubert da und riefen Baber herbei. Dieser kam und betrachtete die ganze Szene mit eigenen Augen. Baber war fasziniert und fragte den Guru, ob er ihm etwas anbieten könnte. Stolz erwiderte der Guru:

 

            „Höret, O Baber Mir

            Töricht ist der Fakir

            der Euch nach irgendetwas bittet

            euch, dessen eigener Hunger noch nicht gestillt ist.“

 

Baber sagte: „O heiliger Mann, ich sehe Gott in Eurem Gesicht. Ich werde alles tun, wonach ihr verlangt.“

 

            Der Guru äußerte dann das folgende Sabad und schrieb Baber die Schuld für die Tötungen zu.

 

            „Ihr habt über Chorasan geherrscht,

            Jetzt macht Ihr Hindustan (Indien) Angst,

Er hat euch den Mogul als einen Boten des Todes gesandt,

            Haben Gemetzel und Wehklagen

            In Euch kein Mitleid erregt?

            Der Schöpfer ist der Höchste Herr,

            Wenn ein starker Mann einen anderen starken Mann besiegt

            Entsteht keine Feindseligkeit

Aber wenn ein beutehungriger Löwe eine Herde überfällt, soll ihr Meister seine Männlichkeit zeigen.

            .......................................................................

                                                (Asa Mohalla 1, Seite 360)

 

Dies ist das Sabad, welches andere Verfasser als Gurus Appell an Gott beschrieben haben. In Wirklichkeit aber, war es die Schuld, die der Guru Baber zuschrieb.

Der Guru fragte Baber, ob er für diese unschuldigen Männer, Frauen und Kinder kein Erbarmen gefühlt hätte, als sein Heer sie wie ein Löwe anfiel.

            Baber wurde von Reue überwältigt. Ein neues moralisches und spirituelles Bewusstsein erwachte in ihm und er fiel dem Guru zu Füßen. Er bat den Guru darum, ihm gnadenvoll zu sein. (Die Geschichte offenbart, dass die Könige immer Angst vor den Verdammungen der heiligen Männer haben).

 

            Der Guru erwiderte: „Wenn Ihr, O Kaiser, Güte wünscht, so befreit Eure Gefangenen.“ Baber stimmte unter der Bedingung zu, dass sein Reich vom Guru gesegnet werde und für Generationen andauern solle. Der Guru versprach: „Euer Reich soll lange fortbestehen.“ Hierauf forderte der Kaiser, dass alle Gefangenen freigelassen würden. Baber fragte den Guru dann nach Anweisungen, wie er herrschen solle. Der Guru erklärte: „Urteilt gerecht, verehrt die heiligen Männer, schwört dem Wein und Glücksspielen ab. Ein Herrscher, der diesen Lastern nachgibt, wird, sofern er überlebt, seine Missetaten bedauern. Habt Erbarmen mit den Besiegten und verehrt Gott im Geiste und in Wahrhaftigkeit.“

Nun Stellt sich die Frage, warum Baber mit Königreichen gesegnet wurde, anstatt bestraft zu werden? Das Gurbani (Göttliche Wort) sagt:

           

            ‚Jo saran awai tis kanth lawai eho birdh swamy sanda.’

 

Übersetzung:

           

            „Gott umarmt den, der nach seinem Schutz sucht.

            So ist der Herr.“

 

Der Guru sagt uns über die Eigenschaft seines Meisters (Gott): wer auch immer ihn um Vergebung bittet und zu seinen Füßen fällt, wird von Gott umarmt. Da Guru Nanak selbst die Verkörperung des Heiligen Geistes war, verzieh er Baber als er Vergebung suchte, und segnete ihn mit der Gunst der Moguldynastie, welche lange fortbestand (einige sagen, dass der Guru ihn segnete, damit seine Dynastie sieben Generationen herrschen würde).

 

 

GURU  IN KARTARPUR:

 

            Nach der dritten und letzten Udasi kehrte der Guru nach Kartarpur zurück. Er reiste in alle Himmelsrichtungen, um Nam zu predigen und vermittelte dadurch ein neues Bewusstsein in den Gedanken der Menschen, so dass sie die Wahrheit erkannten. Damit seine Arbeit lange fortbestünde, gründete er ein Netzwerk vieler Zentren, welche Manjis genannt wurden. Als er seine langen Reisen beendete, wurde er in Kartarpur für seine ihm noch bleibenden 20 Lebensjahre sesshaft. Er wusste, er könne nicht erwarten, dass sein neuer Glauben überlebe, wenn es ihm nicht gelinge, all die Aktivitäten seines neuen Glaubens zu zentralisieren. Es gibt heutzutage überall Sikhzentren in Indien, Ceylon, Tibet und im Nahen Osten. Kein anderer Gründer einer Religion hat während seines Lebens solch eine riesige Organisation aufgebaut, die alle provinziellen, nationalen, internationalen und kulturellen Barrieren durchbrochen hat.  Während seiner Missionarreisen zog er die Gewänder der religiösen Orden an, dessen heilige Orte er besuchte. Heiligkeit war in jenen Orten nicht von den heiligen Gewändern zu trennen. Als er zurück nach Kartarpur kam, zog er sein Pilgergewand aus und seine weltliche Kleidung an, um seinen Anhängern zu zeigen, dass sie sich einem asketischen Leben widmen sollten. Gleichzeitig saß er auf seinem religiösen Thron und fing an, vor den Leuten zu predigen.

 

FORMATION VOM  SANGAT:

 

            Zuerst bildete er die heilige Kommunion, welche Sangat genannt wurde, und den Ort, wo die heilige Kommunion stattfand. Dieser Ort wurde Gurdwara (Haus des Gurus) genannt. Betont wurden die religiösen Lehren und strikte Disziplin. Während der himmlischen Morgenstunde wurde der Japji gesungen, der Sodar (Rehras) am Abend und Sohila (Kirtan) bevor man ins Bett ging. Göttliche Messen (Kirtan) wurden sowohl morgens als auch abends in seiner Anwesenheit gesungen. Regelmäßig wurden  die religiösen Lehren vom Guru vermittelt. Dieser Unterricht konnte sowohl vor einem einzelnen Anhänger, als auch vor der üblichen Versammlung abgehalten werden. Um die Sikh des Gurus zu sein, wurden die Anhänger getauft, indem sie Charanpauhal (auch Charanamrit genannt) bekamen. Dies war die Initiierung, erteilt durch das Trinken von Wasser, in dem die Füße (normalerweise Zehen) des Gurus gewaschen worden waren. Gleichzeitig wurde die Einleitung des Japjis gelesen und die Zeremonie wurde vom Guru selbst feierlich eröffnet. Betont wurde die Größe Gottes, seine gnädige Selbstoffenbarung, die menschlichen Gefahren und die höchste Notwendigkeit der Meditation auf den Göttlichen Namen. Diejenigen, die stolz auf ihre Kaste oder Vermögen waren, wurden streng ermahnt und wer auch immer sich auf religiöse Heuchelei versteifte, wurde verdammt. Der Guru hatte eine feste Sichtweise bezüglich des spirituellen und moralischen Lebens und drückte dies auch in seinen Lehren aus. Diejenigen, die an der Kommunion teilnahmen, versuchten diese Sicht der Dinge in ihrem Alltagsleben zu verwirklichen. Die Lehren des Gurus betonten besonders zwei Aspekte: das moralische und spirituelle Verhalten sollte nicht auf Rituale beschränkt sein, und: moralisches Benehmen sollte auch nicht auf das Individuum, seinen Stamm, seine Rasse oder seine Konfession beschränkt sein. Seine Lehre hatte große Einfluss auf die Menschen und viele von ihnen nahmen seine Religion an. Bhai Buddha, Bhai Lehna (später Guru Angad), Taru Poput, Prithi, Kehda, Aijta Randhawa, Sheikh Mallo und Ubre Khan sind nur einige, die sich bekehren ließen, sobald sie den Guru zu Gesicht bekommen hatten.

 

DAS EHRLICHE LEBEN

 

            Auf harte, ernsthafte Arbeit fürs Leben wurde Wert gelegt. Askese wurde durchaus abgelehnt, stattdessen wurde eine disziplinierte Weltoffenheit und familiäres Leben dem Gläubigen als richtiger Lebensweg dargelegt. Ehrliches Leben, ernsthafte, harte Arbeit und das Geben des hart verdienten Geldes im Namen des Herrn war der moralische Weg, eine Familie zu erziehen. Der Guru selbst gab das Beispiel dafür, indem er während der letzten 18-20 Jahre seines Lebens in Kartarpur eigenhändig auf dem Feld arbeitete. Dies betonte er im folgenden Sabad:

            „Männer ohne göttliches Wissen singen Hymnen.

            Der hungrige Mullah macht aus seiner Moschee24 ein Haus.

            Einer, der nichts verdient, zerschneidet sich die Ohren25.

            Ein anderer wird Bettler und verliert seine Kaste.

            Berührt niemals die Füße derjenigen,

            Die sich Gurus und Pirs nennen und dabei betteln.

Diejenigen, welche die Früchte ihrer Arbeit essen

und im Namen des Herrn spenden,

O Nanak, erkennen den rechten Weg.“

                                    (Sarang ki Var, Slok Mohalla 1, Seite 1245)

 

DIE ARMENKÜCHE – GURU KA LANGAR:

 

            Jeder arbeitete für seinen Broterwerb und gab einen Teil seines Einkommens der Armenküche genannt Guru Ka Langar. Alle, egal ob Brahmane oder Sudra, König oder Untertan, Muslim oder Hindu, mussten in der gleichen Reihe sitzen und das gleiche Essen verzehren.

 

ZUSAMMENSTELLUNG UND SAMMLUNG DER BANI:

 

            In diesen Jahren erhielten die meisten Anhänger des Gurus die religiöse Unterweisung von ihm selbst und nahmen das auf, was sie von ihm hörten. Viele Anhänger hatten die täglichen Gebete und Hymnen übernommen. Diese Sammlungen wurden ‚Bani Pothis’ genannt (Gesangsbücher).  Das Bani Pothi, zusammengestellt während der Lebenszeit des ersten Gurus, wurde an den zweiten Guru, Guru Angad Dev, weitergegeben.

 

WEITERE REISEN VON KARTARPUR AUS:

 

Obwohl der Guru in Kartarpur sesshaft war, unternahm er noch immer kleine Reisen in einem Umkreis von 100-200 Meilen um Kartarpur. Er besuchte viele Orte und predigte sein Evangelium Nam. In vielen dieser Orte wurden die Einwohner Anhänger des Gurus und bauten Gurdwaras zu seiner Ehre.

 

GURU IN ACHAL BATALA:

 

            Ungefähr 25 Meilen von Kartarpur entfernt gab es einen Ort namens Achal Batala, wo anlässlich des Shivratri-Festes Hunderte von Jogis kamen, um daran teilzunehmen. Der Guru machte sich auch auf den Weg nach Achal Batala, um dort seine Lehre zu predigen. Tausende kamen von überall, um ihn zu sehen und zu hören. Es gab drei Lager das der Jogis, des Gurus und das der Musiker. Immer mehr Leute sammelten sich um das Lager des Gurus anstatt um das der Jogis. Daraufhin wurden die Jogis sehr böse und eifersüchtig, und sie entschlossen sich, den Guru zu demütigen.

            Die Musiker haben das Geld, das sie vom Publikum bekamen, in eine Schüssel getan. Irgendwie stahlen die Jogis deren Schüssel voller Geld und versteckten sie, mit dem Gedanken daran, dass die Musiker den Guru um Hilfe bitten würden. Falls der Guru die Schüssel nicht finden könne, wäre er infolgedessen gedemütigt.

Um die Größe des Gurus wissend, gingen die Musiker zum Guru und baten ihn darum, die Schüssel zu finden.  Der wundervolle Guru erzählte ihnen über das Unheil der Jogis und

brachte den Musikern die Schüssel vom Versteck zurück. Die Jogis erlitten folglich eine bittere Niederlage.

            Der nächste Angriff kam in  Form einer Diskussion. Wie zuvor erwähnt, legte der Guru nach seinen Reisen sein Pilgergewand beiseite und zog die gewöhnliche Kleidung eines Familienmenschen an. Da sagten die Jogis: „O Guru, Ihr seid ein heiliger Mann, aber Ihr habt die Kleidung eines Familienmannes an. Warum führt ein heiliger Mann ein Familienleben?“ Jogi Bhangarnath26 fragte den Guru weiter, „Wenn die Milch sauer wird, wird sie nicht gebuttert. Warum habt Ihr Euer Pilgergewand ausgezogen und normale Kleidung angezogen?“

            Der Guru erwiderte: „O Bhangarnath, Eure Mutter war eine ungebildete Frau. Sie wusste nicht, wie man das Butterfass wäscht und hat so die Butter verdorben, als sie Euch geschaffen hat.  Nachdem Ihr das Familienleben verlassen hattet, seid Ihr ein Einsiedler geworden, dennoch zieht Ihr bettelnd von Haus zu Haus.“

Hierauf wurden die Jogis erbost und mit ihrer übernatürliche Kraft fingen sie an den Guru zu belästigen. Ein Jogi wurde eine Kobra um den Guru zu erschrecken, ein anderer wurde ein Wolf und noch ein anderer ließ Feuer regnen. Der mächtige Guru saß gelassen da und war unverletzt. Als die Jogis stark ermüdet waren, fragte Bhangarnath den Guru, warum es denn so lange dauerte bis er ihnen seine Wunder zeige, wo er sie doch der ganzen Welt zeige?

           

Der Guru erwiderte, dass er keine anderen Wunder habe, als den Wahren Namen und er äußerte den folgende Sabad:

 

„Wäre ich in der Lage eine Kleidung aus Feuer zu tragen, ein Haus aus Schnee bauen und Eisen zu essen;

Könnte ich alle meine Probleme in Wasser verwandeln, sie trinken und die Erde wie ein Ross pflügen;  

Könnte ich das Firmament in einer Waagschale mit einer Hand voll Reis27 im Gleichgewicht halten;

Könnte ich so groß werden, dass ich nirgendwo enthalten sein könnte und könnte ich jeden an der Nase herumführen;

Hätte ich in mir die Macht, solche Dinge zu vollbringen oder könnte ich andere dazu bringen, dies zu tun, wäre alles vergebens.

So großartig ist der Herr, so groß sind seine Gaben; Er schenkt nach seinem Willen.

Nanak, derjenige, den Gott begünstigt, erlangt die Herrlichkeit des Wahren Namens.“

                        (Majh di Var, Slok Mohalla 1, Seite 147)

 

            Letztendlich beglückwünschten die Jogis den Guru zu seinem Erfolg und sagten: „Heil, O Nanak, groß sind Eure Taten! Ihr habt ein großes Sein erweckt und ein Licht in diesem Zeitalter der Falschheit (Kalyug) in  der Welt entzündet.

 

BHAI BUDDHA:

 

            Der Guru begann in der frühen Morgenstunde das Kirtan bei Kartarpur. Ein Junge von sieben Jahren kam und hörte dem Kirtan zu. Aus Respekt stand er hinter dem Guru. Eines Tages fragte der Guru den Jungen: „O Junge, warum kommst du so früh, wo dein Alter Essen, Spiel und Schlaf fordert?“ Der Junge erwiderte: „Mein Herr, meine Mutter bat mich eines Tages darum, ein Feuer anzuzünden. Als ich das Holz anzündete, merkte ich, dass die kleineren Stücke schneller als die Größeren brannten. Seitdem habe ich Angst vor dem frühzeitigen Tod. Ich zweifele, ob ich alt genug werde, um an Eurer Heiligen Kommunion teilnehmen zu können.“ Der Guru freute sich sehr, solch weise Worte von den Lippen eines Jungen zu hören und sagte: „Obwohl du nur ein Junge bist, sprichst du wie ein ‚Buddha’ (ein alter Mann).“                                                                                                                                                                                                                                  

            Von nun an hieß der Junge Bhai Buddha. Er wurde so hoch geschätzt, dass ihm die Ehre erwiesen wurde, die Tilaks aus Safran, die Beweise der Guruschaft, auf die Stirn der ersten fünf Nachfolger Guru Nanaks zu drücken.

            Bhai Buddha hieß ursprünglich Ram Das, und das Dorf wurde nach ihm benannt. Das Wort Bhai heißt Bruder. Guru Nanak, der das Kastensystem nicht beachtete und den Glauben an die universelle Brüderschaft predigte, wünschte, dass seine Anhänger als Brüder gelten und so angeredet werden sollten. Der Titel ‚Bhai’ wird auch jetzt dem Sikhpriester verliehen.

 

DUNI CHAND:

 

Einmal ging der Guru durch Lahore. Ein Millionär aus dieser Stadt, Duni Chand, führte den Shradh für seinen Vater durch. Als Duni Chand von der Ankunft des Gurus hörte, lud auch er ihn ein. Der Guru kam zu seinem Wohnsitz und erkundigte sich über ihn. Duni Chand erwiderte, dass es der Shradh28 seines Vaters sei und, dass er Hunderte von Brahmanen in seinem Namen sättigte. Der Guru sagte: „Es sind jetzt zwei Tage, seitdem Euer Vater nichts mehr gegessen hat, und Ihr rühmt euch hundert Brahmanen in seinem Namen gesättigt zu haben.“ Duni Chand fragte: „Wo ist mein Vater?“  Der Guru erwiderte: „Euer Vater, als er noch lebte, begehrte das Fleisch, das ein Sikh vorbereitete und starb mit jener Sehnsucht. Deshalb ging seine Seele nach seinem Tod in einen Wolf ein. Jener Wolf liegt jetzt unter einer Baumgruppe ungefähr 7 Meilem von hier und hat seit zwei Tagen nichts gegessen.“ Duni Chand sah ein, dass alles was unseren Vorvätern durch die Priester gesandt wurde, sie niemals erreichen würde. Solche Bräuche waren bloße Gewohnheiten des blinden Glaubens.

            Duni Chand häufte viel Reichtum an und versuchte ständig noch mehr hinzuzufügen. Der Guru gab ihm eine Nadel und sagte: „Duni Chand, behalte diese Nadel und gib sie mir in der nächsten Welt zurück.“

            Duni Chand fragte: „Wie können wir eine Nadel mit auf die andere Seite bringen?“

 

Der Guru erwiderte: „Wenn solch eine kleine Nadel nicht in die nächste Welt kommen kann, wie kann dein Reichtum diese erreichen?“

 

Hierauf fiel Duni Chand dem Guru zu Füßen und betete um Erleuchtung. Der Guru sagte ihm: „Gebt etwas von Eurem Geld in Gottes Namen und sättigt die Armen.“ Duni Chand wurde ein Anhänger des Grus und begann den Namen zu wiederholen. Der Guru sprach anlässlich dieser Geschehnisse den folgenden Sabad:

 

            „Falsch sind die Könige, falsch ihre Untertanen, falsch die ganze Welt;

Falsch sind die Herrenhäuser, falsch die Paläste, falsch sind diejenigen, die darin wohnen;

Falsch ist Gold, falsch ist Silber, falsch ist, wer es trägt;

Falsche Gatten, falsche Gattinnen, sie welken dahin und werden Staub.

Einer, der falsch ist, liebt das Falsche und vergisst den Schöpfer.

Mit wem Freundschaft aufnehmen? Die ganze Welt stirbt,

Falsch ist das Süße, falsch der Honig, in Unwahrheit ertrinken viele-

Nanak versicherte bescheiden- Außer Dir, O Gott, ist alles durch und durch  falsch.“

                                    (Asa di Var – Slok Mohalla 1, Seite 468).

 

BHAI LEHNA:

 

Jodha war ein Anhänger des Gurus, er lebte in einem kleinen Dorf namens Khadur ungefähr 80 Meilen von Kartarpur entfernt. Bhai Lehna war der Sohn eines reichen Händlers und wohnte auch in Khadur. Bhai Lehna war ein Anhänger von Durga – der hinduistischen Göttin der Energie­– und ging jedes Jahr zu ihrem Tempel in den Kangra Bergen.

Als Bhai Jodha eines Morgens das Japji sang, hörte ihn Bhai Lehna und wurde tief im Herzen von der Wonne des Göttlichen Wortes berührt. Er fragte Jodha, wessen Komposition dies sei. Bhai Jodha berichtete ausführlich von seinem Guru und so wurde Bhai Lehna dazu inspiriert, den Guru zu sehen.

Beim jährlichen Fest, an dem seine Anhänger zum Tempel von Durga gingen,  hielt er unterwegs bei Guru Nanak an. Als er den Guru sah, wurde er vollkommen von Liebe und der Sehnsucht nach Wahrheit übermannt. Als Bhai Lehna sich vorstellte, sagte der Guru: „Du Lehna bist hier, wo also sonst könnte die Wahrheit gefunden werden?“ Auf Punjab heißt „Lehna“ Beiträge leisten oder bekommen. Was der Guru meinte, war folgendes: „Wonach Ihr euch sehnt –Erlösung– ist hier und nirgendwo sonst.“ Nachdem er vom Guru religiöse Unterweisung bekommen hatte, begann er Gottes Namen zu wiederholen.          

 

            Man sagt, dass Bhai Lehna  in einer Vision eine Frau sah, die in einem rotem Kleid im Haus des Gurus diente. Lehna fragte sie, wer sie sei. Sie erwiderte, dass sie Durga (Göttin) war, und dass sie einmal pro Woche kam, um für den Guru den Gottesdienst zu machen. Hierauf war Bhai Lehna von der Göttlichen Herrlichkeit Guru Nanaks überzeugt.

            Mit der Zeit versetzte sich Bhai Lehna immer tiefer in Meditation und wurde so ein vertrauter und gehorsamer Anhänger des Gurus.

            Als die Zeit sich näherte, da der Guru diese Welt verlassen sollte, wurde es Mataji (die Frau des Gurus) klar, dass es einen Nachfolger des Gurus geben werde.  Wie es in dieser Welt so oft der Fall ist, glaubte sie immer, dass ihre Söhne die Guruschaft übernehmen sollten. Eines Tages sagte sie: „Mein Herr, denkt bitte an meine Söhne.“ Dies bedeutete, dass die Guruschaft einem ihrer Söhne vererbt werden sollte. Der Guru sagte: „Bring deine Söhne!“ Beide Söhne wurden vor den Guru gebracht. Er warf dann eine Schüssel in einen Behälter voll mit dreckigem Wasser und bat seinen ältesten Sohn, Sri Chand, die Schüssel aus dem Behälter zu holen. Sri Chand erwiderte: „Warum habt Ihr die Schüssel geworfen, wenn sie zurückgebracht werden muss?“ Er lehnte die Arbeit also ab. Gleichermaßen lehnte sie der jüngere Sohn ab. Dann drehte sich der Guru zu Bhai Lehna und sagte: „Lehnaji, geh und bring mir die Schüssel.“ Bhai Lehna sagte: „Sat bachan (Jawohl, mein Herr).“ Bhai Lehna ging und brachte die Schüssel zurück, ohne sich Sorgen um seine Kleidung und Sauberkeit zu machen.

            Eines Tages bat der Guru Bhai Lehna darum, nach Hause zu gehen und seine Angelegenheiten in Ordnung zu bringen. Nachdem Bhai Lehna von seinem Haus zurückgekommen war, hörte er, dass der Guru in den Feldern war und am Abend zu Hause sein würde. Bhai Lehna ging direkt zu den Feldern um den Guru zu sehen. Der Guru hatte drei Bündel Gras für seine Kühe und Büffel und wollte sie mit nach Hause nehmen. Als das Gras nass und voller Dreck war, scheuten seine Sikhs davor zurück. Dann fragte er seine Söhne, ob sie die

Bündel tragen könnten, und sogar sie lehnten dies ab. Bhai Lehna, der gerade angekommen war, verbeugte sich und sagte: „Mein Herr, gebt mir diese Arbeit.“ Bhai Lehna trug alle drei Bündel und ging in Begleitung des Gurus zu seinem Haus. Als sie zu Hause ankamen, beschwerte sich die Frau des Gurus: „Es ist nicht angemessen einem Gast die Arbeit eines Knechts aufzubürden. Vom Kopf bis Fuß ist seine Kleidung voll Dreck, der vom Gras heruntertropft.“ Der Guru erwiderte: „Das ist nicht Dreck, sondern der Safran vom Hof Gottes, welcher die Auserwählten markiert.“ Beim zweiten Anblick merkte die Frau des Gurus, dass Bhai Lehnas Kleidung sich wirklich in Safran verwandelt hatte. Den Sikh nach symbolisieren die drei Bündel die weltlichen und spirituellen Angelegenheiten, sowie die Guruschaft.

            Der Guru begann jetzt systematisch die Hingabe seiner Sikh zu prüfen. In einer  Winternacht, als es stark regnete, wurde eine Wand vom Haus des Gurus zerstört. Der Guru wollte, dass die Wand sofort repariert wird. Seine Söhne lehnten die Arbeit sogleich ab, indem sie sagten, dass es draußen kalt sei und auch schon Mitternacht. Am Morgen würden sie Maurer holen lassen. Der Guru erklärte daraufhin, dass diese Arbeit keine Maurer benötige und von seinen Sikh geleistet werden solle. Bhai Lehna stand auf und fing an, die Mauer zu reparieren. Als die Arbeit beinahe fertig war, sagte der Guru: „Diese Wand ist schief, reiß sie ab und bau sie noch mal auf.“ Bhai Lehna baute sie wieder auf, aber der Guru gab ihm zu verstehen, dass er nicht damit zufrieden war. Lehna gehorchte dem Meister erneut, aber der Meister war wieder nicht zufrieden. Hierauf sagten Gurus Söhne zu Lehna, dass er ein Narr sei, solchen unerhörten Befehlen zu gehorchen. Bhai Lehna erwiderte bescheiden, dass ein Diener seine Hände nützlich machen solle, indem er die Arbeit des Meisters leiste. Danach waren der Guru und sein Anhänger einander sehr nah und deshalb noch zufriedener miteinander. Die Söhne Gurus wurden auf den hingebungsvollen Anhänger eifersüchtig. Sie bemühten sich nicht darum, ihre Feindseligkeit ihm gegenüber zu verbergen.

            Eines Tages kam ein Jogi und gratulierte dem Guru zu seinem großen Bekehrungserfolg. Der Guru erwiderte, dass er nur einige echte Sikh habe. Dieser Tatsache werde der Jogi selbst gleich beiwohnen. Der Guru und der Jogi machten sich auf den Weg in einen Wald, wo sie die Sikh, die sie begleiteten, prüfen wollten. Als die Gruppe so ging, fanden sie eine Straße, bedeckt mit Kupfermünzen. Einige Sikh hoben sie auf und liefen weg. Etwas weiter wurden Silbermünzen gefunden. Mehrere Sikh nahmen sie und kehrten nach Hause zurück. Als sie

weitergingen, sahen sie Goldmünzen. Viele der übrig bleibenden Sikhs nahmen sie und verließen die Gruppe. Nur der Jogi, zwei Sikh, der Guru und Bhai Lehna blieben noch übrig.

            Etwas weiter fanden sie einen Scheiterhaufen, darauf eine Leiche und in deren Nähe vier entzündete Lampen. Ein Leinentuch bedeckte die Leiche, die einen übelriechenden Gestank verbreitete. Der Guru fragte: „Gibt es hier jemanden, der diese Leiche essen wird?“ Die Sikh schreckten vor dem schrecklichen Vorschlag zurück, aber Bhai Lehna glaubte immer noch fest an den Guru. Mit gefalteten Händen fragte Bhai Lehna den Guru: „Wo soll ich zu essen anfangen, am Kopf oder an den Füssen der Leiche?“ Der Guru sagte ihm, er solle bei der Hüfte beginnen. Als Bhai Lehna das Leintuch von der Leiche hob, siehe da, Wunder oh Wunder– war da ein Teller Parshad (heiliges Essen)  anstatt der Leiche. Bhai Lehna bot zuerst dem Guru das Parshad an und sagte, dass er die Reste essen würde. Der Guru bestätigte ihm: „Du hast mein Geheimnis erhalten. Du bist nach meinem Abbild geschaffen. Ich werde dir den echten Zauber geben, der die Essenz der Religion ist. Mit diesem Zauber wirst du Glück in dieser Welt und im Leben danach haben.“ Folgendes ist der Zauber, von dem der Guru sprach, das Vorwort des Japji:

 

Es gibt nur Einen Gott, Ewige Wahrheit,

            Allmächtiger Schöpfer,

            Furchtlos, ohne Hass und Feindseligkeit,

            Unsterbliche Wesenheit

            Ungeboren, aus sich Selbst bestehend,

            Durch seine Gnade, sollt Ihr beten

            Der Eine, der vor der Schöpfung wahr gewesen ist,

            Der Eine, der am Anfang der Schöpfung wahr gewesen ist,

            Der Eine, der jetzt wahr ist, und oh Nanak,

            Der Eine, der für immer wahr sein wird.

 

            Hierauf sagte der Jogi: „O Nanak, derjenige wird der Guru werden, der nach deinem Abbild geschaffen wurde.“ Der Guru umarmte Lehna und versprach, dass er sein Nachfolger sein werde.

            Ein Sikh muss sich dem Guru vollständig hingeben. Er muss dem Guru vollkommen gehorchen. Nur dann kann der Sikh sein Ziel erreichen, d.h. mit Ihm vereint werden. Dies ist die Moral, die der Guru hier verkündet. Die Söhne des Gurus hinterfragten ihn bei jedem Schritt, im Gegensatz zu Bhai Lehna, der sich willentlich hingab, ohne ein Widerwort zu äußern. Das Ergebnis davon war, dass Bhai Lehna mit der Guruschaft gesegnet und die Verkörperung des Göttlichen Lichts wurde. Dem Auftrag und den Verhaltensregeln des Gurus nach muss ein Sikh ein spirituelles und moralisches Leben führen, während er seine Alltagsgeschäfte erledigt, um den Segen des Gurus zu verdienen. Das Mandat des Gurus ist klar:

 

            „Hukam maniai howai parvan ta khasmai ka maihal paisi.“

                                    (Asa di Var – pauri 15, Seite 471)

            „Indem er Seinem Befehl gehorcht, wird der Mensch annehmbar

            Und wird dann den Hof des Herren erreichen.

                                                (Übersetzung des Obigen)

 

DIE HIMMELFAHRT GURU NANAKS:

 

            Der Guru wusste, dass seine Zeit gekommen war und er seinen Nachfolger bestimmen musste. Seine Söhne hatten ihm nicht gehorcht und hatten sich somit der Guruschaft als unwürdig erwiesen.

            Am 2. September 1539 (2. Asu 1596 Asu vadi 5) stellte Guru Nanak fünf Paise (indische Währung) vor Bhai Lehna und beugte sich vor ihm nieder, als Zeichen seiner Nachfolge in der Guruschaft. Er setzte den Schirm der Spirituellen Herrschaft über Bhai Lehnas Kopf. So schuf er einen anderen Nanak und nannte ihn GURU ANGAD DEV.

 

            „Jot uha jugat sai seih kaya feir paltiai.“

                        (Ramkali ki Var – Rai Balwand, Seite 966)

 

            „Das Göttliche Licht ist das Gleiche

            Die Art und Weise ist die Gleiche

            Der Meister hat bloß den Körper getauscht.“

                                    (Übersetzung des Obigen)

 

            Als die Guruschaft auf Guru Angad überging, merkten die Leute, dass Guru Nanak sich bald körperlich von dieser Welt verabschieden würde (Als Göttliches Licht und Geist ist der Guru ständig anwesend). Die Sikh, die Hindus und die Moslems kamen von überall her, um dem heiligen Anblick des Gurus Nanak beizuwohnen.

            Nach der Verkündigung von Guru Angad fragten die Söhne ihren Vater, welche Versorgung er für sie hätte. Guru Nanak erwiderte: „O meine Söhne, Gott schätzt seine Geschöpfe. Ihr werdet reichlich Essen und Kleidung bekommen, und wenn Ihr Gottes Namen wiederholt, werdet Ihr endlich gerettet sein.“

            Die moslemischen Anhänger des Gurus wollten ihn nach seinem Tode begraben. Seine hinduistischen Anhänger wollten seinen Körper einäschern. Als der Guru nach seiner Entscheidung gefragt wurde, erwiderte er: „Lasst die Hindus Blumen zu meiner Rechten stellen und die Moslems Blumen zu meiner Linken . Diejenigen, dessen Blumen am Morgen frisch gefunden werden, dürfen meinen Körper nach ihren Wünschen entsorgen.“

            Der Guru zog ein Leinentuch über sich. Als das Leintuch am nächsten Morgen entfernt wurde, gab es keinen Körper darunter. Die Blumen auf beiden Seiten, aber, waren frisch. Das Licht vereinigte sich mit dem Göttlichen Licht und der Geist kehrte zurück und vereinigte sich mit dem Urgeist. Es bestätigte sich, dass der Guru nicht nur Körper war, sondern auch das Göttliche Licht.

            Die Hindus und Moslems nahmen ihre Blumen weg und schnitten das Leinentuch entzwei. Die Erstgenannten verbrannten das Leintuch und die Letztgenannten begruben es. Das fand am 22. September 1539 (23. Tag von Asu, Vadi 10, Sambat 1596) in  Kartarpur statt. Er war ungefähr siebzigeinhalb Jahre alt.

            Die Sikhs bauten eine Gurdwara auf und die Moslems errichteten ein Grabmal zu seinen Ehren am Ufer des Flusses Ravi. Beide wurden vom Fluss fortgerissen, vielleicht durch ein Wunder, um eine götzendienerische Verehrung am letzten Ruheplatz des Gurus zu vermeiden.

Rituale und Aberglauben aus früheren Zeiten kehrten zurück. Religion entartete zu bloßen zeremoniellen Taten. Das Leben und die Lehre von Guru Nanak bietet unbeirrbaren Beweis dafür, dass Rituale fruchtlos sind. Er enthüllte ihre Hohlheit und forderte, dass sich die Menschen von solchen Bräuchen trennten. Die Religion Guru Nanaks schließt alle sinnlosen Dogmen und Ritualen aus. Nicht mit Schwert oder Stock, sondern einzig mit dem Göttlichen Wort bewaffnet, predigte er, dass nur das Unpersönlich Absolute angebetet werden solle. Jegliche Religion, die ihre Werte nicht schützt, deutet auf ein niedriges Entwicklungsniveau hin und wird auf Dauer verschwinden.

 



1               Die Puratan Janamsakhi (Biographie) und Bhai Gurdas geben als Geburtsdatum den 20. Oktober (Kartik)

an, wobei andere sagen es sei der 15. April (Baisakh) im Jahre 1469 gewesen.

2               Dies heißt Aad Bani (die erste Göttliche Botschaft). Es bezieht sich auf Rag Asa Mohalla 1 – Patti Likhi, Seite 432 des Guru Granth Sahib.

3               Lalo war ein Anhänger des Gurus.

4               Mardana war ein muslimischer Minnesänger, Anhänger des Gurus und sein ständiger Begleiter.

5               Die Verben „äußern/sprechen“ werden in diesem Buch verwendet, wenn das Sabad dem Guru direkt von Gott gekommen wäre, wobei „vortragen“ verwendet wird, wenn ein  bereits existierendes Sabad wiederholt wird.

6               Einige Autoren behaupten, dass er in den naheliegenden Wald gegangen war, nachdem er zuvor im Fluss gebadet hatte.

 

7               Die Janamsakhis verwenden das Wort „Udasi“ für die Reisen des Gurus. Udasi bezeichnet normalerweise den Rückzug von der Welt, der Guru zog sich aber niemals von der Welt zurück.

8               Einige Autoren sagen, dass der Guru zurück nach Hause kam, nachdem er den Osten bereist hatte (nach Puri) und dann seine zweite Udasi gen Süden unternahm.

 

9               Sajjan bedeutet Freund und Thug bedeutet Räuber.

10               Auch Charanamrit genannt. Dies war die Initiation, die durch das Trinken vom Wasser, in dem die Füße (normalerweise Zehen) des Gurus gewaschen worden waren, erteilt wurde. Gleichzeitig wurde die Einleitung des Japjis gelesen und die Zeremonie wurde vom Guru selbst eröffnet.

11   Das Symbol des Ewigen Gottes. Hier wird es anstelle des Namens gebraucht.

12             Das heißt, sie sind glücklich. Der Mango ist ein Immergrün, und seine Blätter bieten immer Schutz an.

 

13                 Malianlo- der Wind vom Malaybaum – Sandelholzbaum.

14             Alle Augen der Welt sind die Euren, aber Ihr habet kein materielles Auge, da Ihr formlos seid. Die Manifestationen sind vielfältig, dennoch ist dein Körper formlos

15             Der Sarang ist ein Vogel, welcher auch als Chatrik oder Papiha gekannt ist. Angeblich trinkt er nur Wasser, wenn der Mond im Haus des Arcturus ist. Wenn er zum Trinken kommt, hat er natürlich viel Durst.

16             Einige Autoren glauben, dass der  Guru zu Beginn seiner ersten Udasi erstmals nach Kurukshetra  ging.

17             Bhai Mani Singh Janamsakhi.

18             Das Fleisch von Tieren

19             Wasser hilft beim Gemüseanbau und Tiere werden vom Gemüse gefüttert

20             Einige Autoren stellen eine verschiedene Route für die zweite Udasi. Sie glauben sie habe von Talwandi nach Lahore, Sultanpur  geführt. Von da ging der Guru nach Jullundhur und Hoshiarpur und erreichte das Haus von Pir Budhan Shah, wo später der sechste Guru die Stadt Kiratpur gründete. Von da zog der Guru weiter nach Bilaspur und besuchte Mandi, Rawalsar, Jawalaji und Kangra. Er marschierte hierauf nach Baijnath, Kulu und Sapiti Tal und blieb in einem Dorf namens Mulani. Einige Reliquien des Gurus sind angeblich noch dort aufbewahrt, und werden von den Einwohnern dieses Dorfes angebetet. Dann reiste er durch die Prang Pässe, kam nach Tibet und ging von da weiter zum Mansarovar See und Kailash Parbat (Sumer Parbat). Durch den Chasul Pass,  gelangte er  nach Ladakh und reiste dann durch Skardu und Kargal, bis er Amarnath erreichte. Nachdem er durch Pahalgam, Anant Nagar gezogen war, kam er nach Srinagar und Bara Mula, von wo aus er seinen Weg nach Hasan Abdal, Tilla Bal Gudai und Sialkot fortsetzte und danach nach Talwandi zurückkehrte.

 

21             Diese Diskussion mit den Sidhas wird im Ramkali Mohalla 1 – Sidh Gosht, Seite 938 des Guru Granth Sahib wiedergegeben. Einige sagen, dass es bei Achal Batala stattfand. Eine Beobachtung bestätigt, dass der Guru hier viel jünger war und, dass er bei Achal Batala fast tot war. In Sidh Gosht wird der Guru ‚Bala’ genannt (Junge). Einige behaupten die Diskussion mit den Sidhas habe in beiden Orten stattgefunden.

 

22             Bhai Gurdas, Var-1, Pauri-32.

23             Bhai Gurdas Var-1, Pauri 35-36.

 

24             Er verbringt all seine Zeit in der Moschee, um mehr Almosen zu bekommen.

25             Ein Jogi

26                 Bhangarnath war ein führender Yogi.

27             Das im Original verwendete Wort “tank“ bezeichnet einen Maßstab in Indien. Ein Behälter gleicht dem Gewicht von 256 Reiskörnern. Dies ist ein Beweis dafür, dass er solche Wunder schaffen kann.

 

28             Shradhs sind Opfergaben von Kuchen und Wasser, die den Geistern der gestorbenen Vorfahren angeboten werden.